Schweine

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Das europäische Hausschwein ist wohl das bekannteste rosa Tier. Es hat einen Rüssel, mit dem es sehr gut (vergleichbar mit Hunden) riechen kann. Schon vor etwa 6500 Jahre v. Chr. wurden Hausschweine domestiziert. Sie stammen vom Wildschwein ab und sind ebenfalls genauso neugierig und intelligent. Wie die Wildschweine sind unsere Hausschweine Allesfresser. 

Fortpflanzung

Ein weibliches Schwein ist mit 9 Monaten geschlechtsreif. Nach 4 Monaten Tragzeit bringt die Sau 10-12 Ferkel auf die Welt und das ist zwei Mal im Jahr möglich. Schweine sind also sehr fruchtbare Tiere. In der industriellen Schweinezucht verbringen Mutterschweine den grössten Teil ihres Lebens in winzigen Boxen. Man schwängert sie fortwährend, bis sie geschlachtet werden.

Familienverbund

Eine Schweinfamilie besteht aus einem Eber (männliches Schwein – es hat kleine spitze Stosszähne dem Wildschwein ähnlich), der Sau (weibliches Schwein) und den Ferkeln (junge Schweine). Sie führen üblicher Weise ein ausgesprochen soziales Leben. In der Massentierhaltung hingegen, werden die Ferkel den Müttern schon nach etwa 6 Wochen weggenommen. Ihnen werden mit Zähne mit einer Zange gekappt und die männlichen Tiere werden kastriert. (Seit 2009 war diese Kastrierung in der Schweiz noch ohne Betäubung erlaubt, in der EU wird diese brutale Methode auch in Zukunft ausgeführt).

Gewicht

Ein ausgewachsenes Schwein wiegt etwa 130 kg. Bei der Geburt wiegt ein Ferkel etwa ein Kilo, ein halbes Jahr später (wenn es geschlachtet wird) bringt es schon 100 Kilo auf die Waage. In der Massentierhaltung geht es vor allem darum, eine maximale Menge an Fleisch so schnell und billig wie möglich zu produzieren. Um diese Gewichtszunahme zu erreichen, müssen die Schweine erstens möglichst viel essen und zweitens muss ihr Kalorienverbrauch auf ein Minimum gesenkt werden. Sprich: Je weniger Bewegung die Tiere haben, umso mehr nehmen sie an Gewicht zu.

Alter

Genetisch ist das Schwein dem Menschen sehr ähnlich. Umso trauriger, dass viele Schweine nur ein einziges Mal in ihrem kurzen Leben frische Luft einatmen: wenn sie im Tiertransport auf dem Weg zum Schlachthof sind.  Zum Zeitpunkt ihrer Tötung sind die «Mastschweine» noch Babys, nur etwa 6 Monate alt. In Freiheit können sie 12 Jahre alt werden. 

Bedürfnisse

Ob im Freien oder im Stall, Schweine wühlen ständig mit dem Rüssel im Boden auf der Suche nach Knollen, Würmern, Wurzeln oder sonstigem. Für Eicheln, Kastanien, Äpfel und Kürbisse haben sie eine besondere Vorliebe. Diese Möglichkeit wird ihnen in der industriellen Tierhaltung nicht gegeben. Auf Einstreu aus Stroh und Sägespänen wird oft verzichtet, die Schweine müssen in ihrem eigenen Kot leben und den Gestank erdulden. Eine Tortur für ihre hoch entwickelten Nasen. Sie bekommen Atemwegserkrankungen und Lungenschäden.

Verhalten

Alle Schweine (die Kleinen, die Grossen und die Wilden) suhlen sich gerne im Schlamm. Das bringt Kühlung und säubert sie. Wenn sie die getrocknete Schlammkruste abreiben entfernen sie damit Milben, Flöhe und anderes Ungeziefer. In der Massentierhaltung benötigen die Tiere häufig Antibiotika, um bis zu ihrer Schlachtung zu überleben. Über die Jauche gelangen Antibiotika auch auf die Äcker und damit in den Nahrungskreislauf.

Besondere Sinne

Das Schwein hat ein sehr gutes Gehör und einen vorzüglichen Geruchssinn, der ihm hilft, im Boden versteckte Nahrung aufzustöbern. Aus diesem Grund riechen und hören die Schweine, wenn sie in die Schlachthöfe kommen. Sie ahnen was ihnen bevorsteht. Deshalb wäre es ganz besonders für die Schweine wichtig, den Stress des Schlachtens für sie zu minimieren.

Das Schimpfwort «Du dummes Schwein!» ist bestimmt jedem bekannt. Tatsächlich aber sind Schweine äusserst intelligente und feinfühlige Wesen. Sie brauchen zum Beispiel ständig eine Beschäftigungsmöglichkeit, weil sie sich sonst schnell langweilen. Sie lieben es, miteinander zu spielen, und es ist sogar möglich, sie wie Hunde zu halten. 

Bemerkungen

Jedes Jahr werden in der Schweiz über 2,5 Millionen Schweine gezüchtet, gemästet und ge­schlach­tet. Bei so vielen Tieren bleibt weder Zeit noch Geld, um jedem einzelnen Schwein ein würdiges Umfeld zu bieten. Von keiner anderen Tierart sterben in Europa mehr, als von den Schweinen.