V-Label

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Produzenteninfo

Produzieren Sie vegetarische/vegane Produkte und möchten diese mit dem V-Label kennzeichnen?
Hier gibt es die Infos dazu.

Am Europäischen Vegetarier Kongress des Jahres 1985 wurde das V-Label erstmals der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. Swissveg benutzt es schon seit ihrer Gründung als Vereinslogo (genauso wie zehn weitere europäische und acht aussereuropäische Vegetarierorganisationen). Seit 1996 wurde das V-Label in der heutigen Form zur Deklaration von vegetarischen und veganen Produkten verwendet.

Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass konventionellen Produzenten und Gastronomen die Bedürfnisse der Vegetarier nicht genügend bekannt sind. Immer wieder kommt es vor, dass Produkte nach deren Deklaration als vegetarisch gekennzeichnet werden, es bei genauerer Überprüfung aber dann doch nicht sind. Das sorgt für grosse Unsicherheit bei den Konsumenten, denn nicht überall, wo vegetarisch oder vegan draufsteht, entspricht dies auch der Tatsache.

V-LabelGewisse Zutaten sind dabei leicht als nicht vegan/vegetarisch ersichtlich, andere, wie zum Beispiel Gelatine in Getränken und Essig oder als Trägerstoff für Enzyme und Vitamine, sind nicht deklarationspflichtig und müssen vom Kunden direkt beim Hersteller abgeklärt werden. Dieser Aspekt macht aus Sicht von konsequenten Vegetariern eine Kontrollstelle nötig, weil sie dem Kunden und dem Produzenten diese Arbeit abnimmt und dafür einsteht, dass es sich tatsächlich um vegetarische bzw. vegane Zutaten handelt. 

Die gekennzeichneten Produkte enthalten garantiert keine Zutaten vom getöteten Tier (Schlachtfette, Blut, ...). Die Deklaration mit der Angabe, ob Eier bzw. Milchprodukte enthalten sind, wird von Swissveg nach den Richtlinien der Europäischen Vegetarier Union kontrolliert. Es ist somit sofort ersichtlich, ob ein Produkt ovo-lakto-vegetarisch (mit Eiern und Milch), lakto-vegetarisch (ohne Eier, mit Milch) oder vegan (ohne Eier, Milch, Honig) produziert wurde. Ausserdem ist die Verwendung von Eiern von Hühnern aus Käfighaltung generell verboten. Auch wenn ein Produkt nachweislich gentechnisch veränderte Zutaten enthält, ist die Benutzung des Labels nicht erlaubt

Das Reglement des Labels wurde von einem internationalen Ausschuss der Europäischen Vegetarier Union (EVU) gemeinsam erarbeitet. Swissveg ist seit Bestehen dieses Ausschusses darin vertreten. Die Richtlinien sind im Reglement festgehalten. Dieses kann in verschiedenen Sprachen und Versionen von der V-Label Website heruntergeladen werden.

Ovo-lacto-vegetarisch oder vegan?

Manche Veganer halten eine Deklaration von ovo-lacto-vegetarischen Produkten für unnötig, da auch bei der Eier- und Milchproduktion Tiere ausgebeutet werden und die Umwelt stark belastet wird. Das Europäische Vegetarismus-Label (V-Label) deklariert alle Arten von vegetarischen Produkten. Zur Unterscheidung muss dabei jeweils die Kategorie ovo-lacto-veg., lacto-veg., ovo-veg. oder vegan unter dem Label abgedruckt werden. Die Einteilung in diese vier Kategorien ist international einheitlich. In der Schweiz wurde sie sogar in der Lebensmittelverordnung1 gesetzlich verankert. So ist für jeden Konsumenten sofort zu erkennen, ob ein Produkt seinen vegetarischen Ansprüchen genügt. Selbst für Veganer ist ein vegetarisches Label nützlicher als ein Label, das nur zur Kennzeichnung von veganen Produkten Verwendung findet.

Abgesehen davon, dass das Studieren aller Zutaten für viele Konsumenten zu mühsam ist, ist nicht immer ersichtlich, welche Zutaten tierischen Ursprungs und welche pflanzlich sind. Es ist auch unzumutbar, dass man bei jedem Einkauf eine Liste mit E-Nummern und sonstigen Zutatennamen mitführen muss um die Zutatenliste zu entziffern. Spätestens bei Sammelbegriffen wie «Würzmischung» ist man jedoch auch mit solchen Listen überfordert. Deshalb ist z.B. auch kaum bekannt, dass manche Pommes-Chips nicht ausschliesslich aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden, da sich dort tierische Zutaten unter dem Begriff «Würzmischung»  oder «Aromen» verbergen können. Dies kann ein vegetarisches Label aufdecken. Durch die Kennzeichnung als ovo-vegetarisch etc. ist sofort ersichtlich, dass das entsprechende Produkt für Veganer (und Lakto-Vegetarier) nicht geeignet ist. Würden die vegetarischen Produkte mit Ei oder Milch gar kein Label tragen, wäre diese transparente Deklaration nicht möglich und die Veganer müssten bei allen nicht veganen, aber vegetarischen Produkten die Zutatenliste lesen, um herauszufinden, ob das Produkt vegan ist, da ja nicht alle veganen Produkte ein veganes Label haben würden.

Das V-Label deckt zudem einen viel grösseren Kundenkreis ab: Manche Konsumenten vertragen keine Milchprodukte, für die sind vegane und ovo-vegetarische Produkte geeignet. Viele Vegetarier sehen in den Eiern eine Vorstufe des Lebens, das sie auch nicht zerstören wollen, und konsumieren deshalb auch keine Eier (z.B. gelten in Indien Produkte mit Ei nicht als vegetarisch). Für sie sind vegane und lacto-vegetarische Produkte geeignet.

Grosser Kontaktradius

Die Unterscheidung in vier Hauptkategorien bietet zudem den grossen Vorteil, dass nicht nur Produktehersteller angesprochen werden, die sich bereits mit veganen Produkten beschäftigen, sondern auch solche, die keine Erfahrung in der Herstellung von pflanzlichen Produkten haben. Als Zertifizierungsstelle bietet sich deshalb die Möglichkeit, direkt beim Hersteller auf die Probleme mit tierischen Zutaten hinzuweisen und Alternativen anzubieten. Somit ist es möglich, nicht nur die Endkunden über den Vegetarismus aufzuklären, sondern auch eine breite Palette von Entscheidungsträgern vom Verteiler bis zum Hersteller.

Wenn man bedenkt, dass vor zehn Jahren noch kein Grossverteiler ein spezielles vegetarisches, geschweige denn ein veganes Angebot hatte, so hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Neben Sojamilch und -joghurt können Veganer nun sogar pflanzliche Schlagsahne (Sojacrème), Speiseeis und Schokolade in nächster Nähe kaufen. Ein Zeichen dafür, dass die Bedürfnisse der veganen Kundschaft und die der vielen Allergiker (gegen Milch und Eier) und Laktoseintoleranten immer mehr in das Bewusstsein der Detailhändler gerückt sind. Natürlich aber ist es ein Prozess, an dem in erster Linie die Endverbraucher beteiligt sind. Einige von ihnen leben bereits vegan, andere essen noch Fleisch – das Ziel sollte sein, die Menschen dort anzusprechen, wo sie jetzt stehen, und ihnen mit positiver Motivation und Information die vegane Ernährung schmackhaft zu machen. Wenn auch Sie eine transparente, kontrollierte Deklaration von vegetarischen und veganen Produkten wünschen, kontaktieren Sie Ihre Händler und teilen Sie ihnen dies mit.

Wie sieht es mit Bodenhaltungseiern aus?

Swissveg ist bestrebt, die bestmögliche Haltungsform der Legehennen zu fördern. Bei einigen Produkten mit V-Label muss auf Ei-Eiweisspulver von Hühnern aus kontrollierter Bodenhaltung ausgewichen werden, weil auf dem Markt kein Ei-Eiweisspulver aus Freilandeiern in genügender Menge erhältlich ist. Da es also vorkommen kann, dass auf Produkte mit Eiern aus Bodenhaltung ausgewichen werden muss, erlaubt das Reglement des Vegetarismus-Labels deren Verwendung. Dieser Kompromiss musste auch deshalb eingegangen werden, weil dasselbe Reglement möglichst in ganz Europa gültig sein sollte. Falls es die Marktsituation in Zukunft zulässt, könnte natürlich durchaus die Möglichkeit bestehen, dass auch Bodenhaltungseier verboten würden. Leider kümmern sich zu viele Konsumenten auch heute noch mehr um den Preis eines Produktes als um die Tierhaltung der Hühner. Swissveg setzt deshalb weiterhin auf Aufklärung der Konsumenten. Sobald diese bereit sind, entweder auf Eiprodukte zu verzichten oder ausschliesslich Produkte mit Freilandeiern zu kaufen (und entsprechend mehr zu bezahlen), würde sich automatisch eine Änderung auf diesem Gebiet ergeben. Das Label alleine ist jedoch zu wenig stark um eine solche Änderung herbeizuführen. Immerhin können die Konsumenten durch die klare Deklaration, welche das Label mit sich bringt, einfacher herausfinden, ob ein Produkt Eibestandteile enthält oder nicht (und aus welcher Haltungsart sie stammen).

Was erhalten die Labelbenutzer als Gegenleistung?

Alle Lizenznehmer, die das Label für ihre Produkte verwenden möchten, erhalten volle fachliche Unterstützung von Swissveg. Da immer mehr Menschen in der Schweiz das Label kennen, erreichen sie eine einfache und zuverlässige Deklaration ihrer Produkte mit einem grossen Publikum. Das Label ist unabhängig von der Firma, die es verwendet. Diese externe Kontrolle durch Vegetarier fördert das Vertrauen in das gekennzeichnete Produkt.

Wofür steht das Label bei Gastrobetrieben? Wird das Label nur an vegetarische Restaurants vergeben?

Das Label kennzeichnet Betriebe, die für Vegetarier geeignet sind. Leider gibt es noch immer Restaurants ohne ein einziges vegetarisches Menü und das Personal offeriert sogar noch Gerichte mit Speck oder Fisch, wenn etwas Vegetarisches verlangt wird. 

Ein vegetarisches Restaurant erfüllt die Bedingungen natürlich relativ leicht. Andere Restaurants sollten jedoch nicht vom Label ausgeschlossen sein, da man ja gerade dort das vegetarische Angebot auch fördern möchte. Durch die Beratung der Label-Interessenten durch Swissveg kann viel für die Vegetarier auch in der herkömmlichen Gastronomie erreicht werden.

Ein Restaurant, das sich um das Label bewirbt, muss ständig mindestens ein komplettes vegetarisches Menü anbieten, das mindestens so oft gewechselt wird wie das normale Menü. Zusätzlich zu vegetarischen Speisen, die auf der regulären Speisekarte zu finden sind (Suppen, Salate etc.), muss das Restaurant mindestens zwei Gerichte anbieten, die für Vegetarier akzeptabel sind. 

Das Bedienungs- und Küchenpersonal sollte die Unterschiede zwischen vegetarischen, veganen und rohen Speisen kennen und fähig sein, alle Getränke und Speisen entsprechend einzuordnen. 
Entsprechende Regelungen gelten für Hotels, Pensionen, Gästehäuser, Kantinen etc.

Beispiel für ein Restaurant mit V-Label: Das Restaurant Traube in Ottikon

Fussnoten:
  1. Lebensmittelverordnung im Internet: www.admin.ch/ch/d/sr/817_022_21 /a33.html
Weitere Infos: