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Bundesamt für Landwirtschaft

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist ein Fachamt des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Schweizer Bundesregierung (Bundesrat). Das Amt versteht sich als Fachstelle für den Agrarsektor und ist in 5 Direktionsbereiche aufgeteilt (Politische Steuerung und Ressourcen, Produktions- und Ökosysteme, Internationale Angelegenheiten, Märkte und Wertschöpfung und der letzte Bereich ist Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung). Ausserdem unterstehen dem BLW die drei eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten (Agroscope) und das Nationalgestüt in Avenches.1

Position

Zum Thema Klimagase und Landwirtschaft hat die Zeitung «Der Bund» am 23. November 2007 ein kurzes, aber aussagekräftiges Interview mit Manfred Bötsch, dem Leiter des Bundesamtes für Landwirtschaft, durchgeführt:

«BUND» Warum ist der Anteil der Landwirtschaft an den Emissionen gesunken?

Manfred Bötsch: Weil der Tierbestand seit 1990 abgenommen hat. Steigt die Nachfrage nach Milch und Fleisch, wird sich dieser Trend aber wieder umkehren. [...]

«BUND» Würde man weniger Fleisch essen, würde sich das aber positiv auf das Klima auswirken?

Manfred Bötsch: Das ist richtig. Für die Produktion einer tierischen Kalorie brauchen Sie mindestens vier pflanzliche Kalorien. [...]

In den Berichten und Stellungnahmen des BLW ist von diesem Wissen aber nichts zu finden. Obwohl die Konsequenzen, die daraus gezogen werden sollten, auf der Hand liegen.2

Bundesamt für Umwelt

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist die Umweltfachstelle der Schweiz und gehört zum Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Es ist am 1. Januar 2006 aus dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL und grossen Teilen des Bundesamts für Wasser und Geologie BWG entstanden.

Das BAFU ist die Fachbehörde für die Umwelt. Es ist zuständig für die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie für den Schutz des Menschen vor Naturgefahren und den Schutz der Umwelt vor übermässigen Belastungen.3

Position

Die grössten Potenziale zur Reduktion von CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 bestehen laut BAFU im Sektor Verkehr und bei den Wohngebäuden und nicht in der Reduktion des Nutztierbestandes in der Schweiz. Denn es geht davon aus, dass eine Reduktion des Viehbestandes nur zu Abwanderung des Konsumverhaltens auf Importfleisch führt, d.h. es wird trotzdem dieselbe Menge an Fleisch produziert.

Eine gleichzeitige Reduktion des Konsums tierischer Produkte durch die Konsumenten wird nicht einmal in Betracht gezogen.

Dabei wäre das sehr wahrscheinlich, würde der Verbraucher über die Herstellung dieser Produkte aufgeklärt und nicht durch extrem beschönigende Werbung fehlinformiert. Diese These unterstützt der Schweizerische Tierschutz mit seiner im August 2013 durchgeführten, statistisch relevanten Umfrage. Darin wurde ein grundsätzlich schlechter Informationsstand der Bevölkerung über die Mindestvorschriften der Tierschutzgesetzgebung für Kälber, Rinder und Schweine offenbar. Der STS zieht daraus zwei problematische Konsequenzen:

1. Das Tierhaltungsniveau in konventionellen, Nicht-Labelställen wird oft überschätzt;
2. Bezüglich der gesetzlichen Vorschriften gibt es überzogene Tierschutz-Erwartungen.

Und so herrscht der Irrtum vor, Schweizer Fleisch stamme grundsätzlich aus artgerechter Haltung.4