Amandine's blog https://www.swissveg.ch/de?language=en de Die Zukunft der Fermentation: Wie das F-Label neue Massstäbe setzt https://www.swissveg.ch/de/f-label-die-zukunft-der-fermentation?language=en <span>Die Zukunft der Fermentation: Wie das F-Label neue Massstäbe setzt</span> <span><span lang="" about="/de/user/2986?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Lubomir</span></span> <span>11. März 2025 - 9:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Einst war es unvorstellbar, dass Wissenschaft und Lebensmittelproduktion so eng miteinander verknüpft sein könnten. Insulin, das erste biotechnologisch hergestellte Protein, war ein medizinischer Durchbruch und hat unzählige Tierleben gerettet. Heute stehen wir vor einer ähnlichen Revolution, jedoch nicht nur in der Medizin, sondern auch auf unseren Tellern. Fortschrittliche Technologien ermöglichen es uns, Proteine, Fette und andere Nahrungsbestandteile herzustellen, die zuvor ausschliesslich in tierischen Produkten zu finden waren – und das ganz ohne Tiere. Willkommen in der Zukunft der Ernährung, in der das <a href="https://f-label.com/" target="_blank" title="F-Label">F-Label</a> als verlässlicher Wegweiser dient.</p><h2>Wissenschaft trifft Genuss: Präzisionsfermentation, Biomassefermentation und mehr</h2><p>Die Lebensmittelindustrie erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Während traditionelle Fermentation bereits seit Jahrtausenden zur Herstellung von Bier, Käse oder Sojasauce genutzt wird, geht Präzisionsfermentation noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sie erlaubt es, Moleküle herzustellen, die mit tierischen identisch sind – von Milchproteinen bis hin zu Myoglobin, dem Stoff, der Fleisch seine charakteristische Farbe und seinen Geschmack verleiht. Doch Präzisionsfermentation ist nur eine von vielen innovativen Methoden, die unseren Blick auf Ernährung verändern. Biomassefermentation kann grosse Mengen an proteinreichen Mikroorganismen erzeugen, Syngasfermentation nutzt gasförmige Abfallstoffe zur Herstellung von nahrhaften Substanzen, und in der zellfreien Synthese werden gezielt Enzyme eingesetzt, um spezifische Bestandteile effizient herzustellen. Diese Technologien haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Nahrung produzieren, grundlegend zu verändern – nachhaltiger, effizienter und ethischer.</p><h2>Ethik und Transparenz: Warum das F-Label gebraucht wird</h2><p>Während die Möglichkeiten dieser neuen Technologien faszinierend sind, wächst auch das Bedürfnis nach Klarheit. Was genau steckt in einem Produkt? Ist es pflanzlich oder enthält es bioidentische tierische Bestandteile, die ohne Tiere hergestellt wurden? Die Antwort auf diese Fragen ist entscheidend für viele Menschen, je nachdem ob ihre Konsumentscheidungen auf ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Überzeugungen beruhen. Das F-Label wurde genau dafür geschaffen: Es bietet eine transparente Kennzeichnung für Produkte, die durch innovative biotechnologische Prozesse gewonnen wurden – und garantiert, dass kein Tier in den Produktionsprozess involviert war.</p><h2>Bioidentisch oder funktionell gleichwertig?</h2><p>Das F-Label zertifiziert nicht nur Moleküle, die exakt mit tierischen Stoffen übereinstimmen, sondern auch ganz neu entwickelte, die eine vergleichbare Rolle im Endprodukt einnehmen. Mit innovativen Verfahren wird es zunehmend möglich, Alternativen herzustellen, die nicht von Tieren gewonnen werden, aber dieselbe Funktion wie traditionell von Tieren gewonnene Stoffe im Endprodukt erfüllen – sei es in Geschmack, Textur oder Verarbeitungseigenschaften. Das F-Label ermöglicht es, all diese Innovationen unter einem verlässlichen Zertifizierungsstandard zu vereinen. Natürlich wird dabei jeder Einzelfall ausgiebig unter die Lupe genommen. Alle F-Label Produkte müssen strenge, öffentlich zugängliche Kriterien erfüllen, wie z.B. eine komplett tierfreie Produktion.</p><h2>Ein neues Verständnis von Veganismus und Vegetarismus</h2><p>Viele Menschen entscheiden sich für eine vegane oder vegetarische Lebensweise aus verschiedenen Gründen. Doch die Grenzen zwischen <span style="-webkit-text-stroke-width:0px;background-color:rgb(255, 255, 255);color:rgb(76, 76, 76);display:inline !important;float:none;font-family:Arial, sans-serif;font-size:14px;font-style:normal;font-variant-caps:normal;font-variant-ligatures:normal;font-weight:400;letter-spacing:normal;orphans:2;text-align:-webkit-left;text-decoration-color:initial;text-decoration-style:initial;text-decoration-thickness:initial;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;widows:2;word-spacing:0px;">«</span>vegan<span style="-webkit-text-stroke-width:0px;background-color:rgb(255, 255, 255);color:rgb(76, 76, 76);display:inline !important;float:none;font-family:Arial, sans-serif;font-size:14px;font-style:normal;font-variant-caps:normal;font-variant-ligatures:normal;font-weight:400;letter-spacing:normal;orphans:2;text-align:-webkit-left;text-decoration-color:initial;text-decoration-style:initial;text-decoration-thickness:initial;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;widows:2;word-spacing:0px;">»</span> und <span style="-webkit-text-stroke-width:0px;background-color:rgb(255, 255, 255);color:rgb(76, 76, 76);display:inline !important;float:none;font-family:Arial, sans-serif;font-size:14px;font-style:normal;font-variant-caps:normal;font-variant-ligatures:normal;font-weight:400;letter-spacing:normal;orphans:2;text-align:-webkit-left;text-decoration-color:initial;text-decoration-style:initial;text-decoration-thickness:initial;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;widows:2;word-spacing:0px;">«</span>nicht-vegan<span style="-webkit-text-stroke-width:0px;background-color:rgb(255, 255, 255);color:rgb(76, 76, 76);display:inline !important;float:none;font-family:Arial, sans-serif;font-size:14px;font-style:normal;font-variant-caps:normal;font-variant-ligatures:normal;font-weight:400;letter-spacing:normal;orphans:2;text-align:-webkit-left;text-decoration-color:initial;text-decoration-style:initial;text-decoration-thickness:initial;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;widows:2;word-spacing:0px;">»</span> verschwimmen zunehmend mit neuen Technologien. Ein Pflanzensteak, das mit bioidentischem Tierblut verbessert wurde, könnte für manche ein absolutes No-Go sein, während andere es als ethisch vertretbare Alternative zu echtem Fleisch oder echter Milch betrachten. Das F-Label hilft, solche Unterscheidungen deutlich zu machen, damit jeder bewusst entscheiden kann, welche Produkte zu den eigenen Werten passen. Mit diesen neuen Herstellungsverfahren kommt letztendlich eine breitere Palette von tierfreien Produkten auf den Markt, was wiederum das Potenzial hat, unsere derzeitige Tiernutzung zu verringern.</p><h2>Ein erster Schritt: Luyef Biotechnologies und das erste F-Label-Produkt</h2><p>Mit der Einführung des F-Labels wurde bereits ein bedeutender Meilenstein erreicht. Das erste Unternehmen, das die Zertifizierung erhalten hat, ist <a href="https://luyef.com/" target="_blank" title="Luyef">Luyef</a> Biotechnologies aus Chile. Ihr präzisionsfermentiertes Myoglobin revolutioniert den Markt und kann unter anderem in pflanzlichen und kultivierten Fleischprodukten eingesetzt werden, indem es Farbe, Aroma und Geschmack auf ein neues Niveau hebt. Dies zeigt eindrucksvoll, wie technologische Fortschritte nicht nur neue Möglichkeiten schaffen, sondern auch bestehende ethische und kulinarische Debatten neu entfachen.</p><figure role="group"><img alt="Präzisionsfermentiertes Myoglobin von Luyef" src="/sites/swissveg.ch/files/luyef.jpg" style="height:auto;max-width:600px;" width="55%" /><figcaption>Präzisionsfermentiertes Myoglobin von Luyef</figcaption></figure><h2>Die Zukunft beginnt jetzt</h2><p>Die heutige Einführung des F-Labels ist mehr als nur eine neue Lizenzierung – sie markiert den Beginn einer neuen Ära der Ernährung. Eine Ära, in der Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand gehen. Während Unternehmen neue Wege beschreiten, um tierfreie Alternativen zu entwickeln, haben wir nun die Möglichkeit, unsere Entscheidungen auf einer informierten Basis zu treffen. Die Frage ist nicht mehr nur, ob etwas vegan oder vegetarisch ist, sondern auch wie es hergestellt wurde. Das F-Label bietet hierzu Antworten, die für eine bewusste Wahl in einer immer komplexeren Lebensmittellandschaft nötig sind. </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://f-label.com/" target="_blank" title="F-Label">F-Label Webseite</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/Pressemitteilungen?language=de" title="Pressemitteilung">Pressemitteilung</a></li></ul></div> Tue, 11 Mar 2025 08:00:27 +0000 Lubomir 4127 at https://www.swissveg.ch Frühlingssession 2025 https://www.swissveg.ch/de/fruehlingssession-2025?language=en <span>Frühlingssession 2025</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>14. März 2025 - 16:11</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Frühlingssession des Parlaments (National- und Ständerat) wird vom 3. bis 21. März 2025 abgehalten. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.&nbsp;</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233940" target="_blank">23.3940 Postulat:</a> «Alternativen zur CO<sub>2</sub>-Betäubung. Auftrag des BLV umsetzen!»</h2><p>Viele sogenannte Nutztiere (und Versuchstiere) erleiden nach wie vor einen qualvollen Erstickungstod in den Schlachthöfen. Das Postulat fragt nach dem aktuellen Stand der Nutzung von Alternativen. Der Bundesrat möchte weitere Forschungsergebnisse dazu abwarten.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion:</a> «Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!»</h2><p>Die Motion fordert eine vereinfachte Zulassung von kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden. Diese gelten als <a href="https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/rechts-und-vollzugsgrundlagen/bewilligung-und-meldung/bewilligung.html" target="_blank">neuartige Lebensmittel</a> und benötigen eine Bewilligung. Der Bewilligungsprozess kann sich allerdings über mehrere Jahre hin ziehen.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20213704" target="_blank">21.3704 Motion:</a> «Tierwohl im Nachhaltigkeitskapitel von Freihandelsabkommen aufnehmen»</h2><p>Der Bundesrat wird mit dieser Motion beauftragt, das Tierwohl explizit im allgemeinen Nachhaltigkeitskapitel künftiger Freihandelsabkommen der EFTA aufzunehmen.</p><p><em>20.3.2025: Die Motion wurde vom Nationalrat abgelehnt.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244269" target="_blank">24.4269 Motion:</a> «Stärkung der Milchproduktion im Grasland Schweiz»</h2><p>Die Motion fordert noch mehr Geld für die defizitäre Milchwirtschaft, um diese finanziell wieder attraktiv zu machen. Sie nutzt den Werbebegriff «<a href="/grasland-schweiz?language=de">Grasland Schweiz</a>», um das Anliegen emotional aufzuladen.</p><p><em>3.3.2025: Der Ständerat hat das Anliegen angenommen.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244465" target="_blank">24.4465 Motion:</a> «Nutztiere, die von Tierheimen, Auffangstationen und Privatpersonen adoptiert werden. Status "Heimtier" zulassen, sofern sie nicht mehr der Lebensmittelproduktion dienen»</h2><p>Manche Tiere (Rinder, Schweine, Hühner) gelten immer als «Nutztiere», selbst wenn sie nicht zur Nutzung gehalten werden. Dies bringt für die Lebenshöfe Nachteile, da sie z.B. Ohrmarken anbringen müssen, welche nur in der Nutztierhaltung Sinn machen (zur Rückverfolgbarkeit des Fleisches).</p><p><em>6.3.2025: Der Ständerat hat es der zuständigen Kommission zur Vorberatung zugewiesen.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244317" target="_blank">24.4317 Motion:</a> «Fische. Damit unsere Flüsse, Seen und Teiche lebendig bleiben»</h2><p>Die Motion fordert einen Aktionsplan «Fische» nach dem Vorbild des «Aktionsplans Flusskrebse Schweiz».</p><p><em>11.3.2025: Ständerat hat die Motion angenommen.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244189" target="_blank">24.4189 Interpellation:</a> «Neue Schweizer Ernährungsempfehlungen. Wirklich evidenzbasiert?»</h2><p>In dieser Interpellation wird angeprangert, dass das Fleisch nicht mehr so stark im Mittelpunkt der Ernährungsempfehlung steht. Dabei wurde die Empfehlungsmenge des Fleischkonsums seit 2017 nicht verändert.</p><p><em>6.3.2025: Antwort des Bundesrates liegt vor. Es wurde im Ständerat keine Diskussion dazu verlangt. Geschäft erledigt.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244445" target="_blank">24.4445 Interpellation: </a>«Sozioökonomische Situation der Fischerinnen und Fischer in der Schweiz. Welche Förderungs- und Unterstützungsmassnahmen?»</h2><p>In der Interpellation wird nach stärkerer staatlicher Unterstützung der Berufsfischer gefragt. Da die Fischerei nicht zur Landwirtschaft gehört, erhalten die Fischer keine entsprechenden Direktzahlungen. Der Bundesrat argumentiert zudem, dass es nicht seine Aufgabe sei, diesen Berufsstand zu unterstützen/retten (obwohl er dies teilweise doch tut). Dem schliessen wir uns an.</p><p><em>11.3.2025: Es wurde im Ständerat darüber diskutiert. Geschäft erledigt.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243973" target="_blank">24.3973 Motion:</a> «Der Steillagebeitrag ist nach dem Anteil der Mähwiese zu berechnen»</h2><p>Die Motion verlangt, die Subventionen, welche für Mähwiesen in Hanglagen ausbezahlt werden, zu erhöhen. Dadurch soll die unrentable Tierhaltung in den Alpen noch mehr gefördert werden.</p><p><em>17.3.2025: Der Ständerat hat die Motion angenommen.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244257" target="_blank">24.4257 Motion:</a> «Zielgerichtete Regulierung des Wolfs mit weniger Bürokratie»</h2><p>Die Motion möchte erreichen, dass der Wolf statt «streng geschützt» nur noch als «geschützt» betrachtet wird.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244469" target="_blank">24.4469 Motion:</a> «Am Herdenschutz sollen alle mitbezahlen. Keine weitere Abwälzung der Kosten im Zusammenhang mit dem Schutz von und vor Wölfen und anderen Grossraubtieren auf die Kantone!»</h2><p>Der Bund soll 80 % aller Kosten für den Herdenschutz der Tierhalter übernehmen (anstatt nur 50 %).</p><p><em>11.3.2025: Der Ständerat hat die Motion angenommen.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243900" target="_blank">24.3900 Interpellation: </a>«Stark zunehmende Wolfsrisse in der Ostschweiz. Was unternimmt der Bundesrat?»</h2><p>Die Interpellation verlangt vom Bundesrat Auskunft über die stärkere Regulierung des Wolfes.</p><p><em>11.3.2025: Antwort des Bundesrates liegt vor. Es wurde im Ständerat keine Diskussion dazu verlangt. Geschäft erledigt.</em></p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/wintersession-2024?language=de">Wintersession 2024</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/herbstsession-2024?language=de">Herbstsession 2024</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul><p>&nbsp;</p><p><em><strong>Worterklärungen:</strong></em></p><ul><li><a href="https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsw%C3%B6rterbuch/parlamentsw%C3%B6rterbuch-detail?WordId=146#q=Motion" target="_blank"><strong>Motion</strong></a>: Mit einer Motion wird der Bundesrat beauftragt, einen Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen. Motionen können von der Mehrheit einer Kommission und während der Session von einer Fraktion oder einem Ratsmitglied eingereicht werden. Einer Motion müssen beide Räte zustimmen.</li><li><a href="https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsw%C3%B6rterbuch/parlamentsw%C3%B6rterbuch-detail?WordId=116#q=interpellation" target="_blank"><strong>Interpellation</strong></a>: &nbsp;​​Mit einer Interpellation verlangt ein Ratsmitglied, eine Mehrheit der Kommission oder eine Fraktion vom Bundesrat Auskunft über wichtige innen- und aussenpolitische Ereignisse und Angelegenheiten des Bundes. Der Bundesrat antwortet in der Regel bis zur nächsten Session.&nbsp;</li><li><a href="https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsw%C3%B6rterbuch/parlamentsw%C3%B6rterbuch-detail?WordId=177#q=Postulat" target="_blank"><strong>Postulat</strong></a>: ​​​​Ein Postulat beauftragt den Bundesrat zu prüfen und zu berichten, ob ein Entwurf zu einem <a class="inspected inspected-piwik" href="https://www.parlament.ch/_layouts/15/FIXUPREDIRECT.ASPX?WordId=49&amp;WebId=3c3c4c5b-cf6a-4482-99a9-06bdfa6604fe&amp;TermSetId=4ce13c9a-1572-4204-bafd-d61b1edf663a&amp;TermId=9c5a5c2f-2000-4372-bafb-97f34f03c77a">Erlass der Bundesversammlung</a> vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen ist. Ein Postulat kann von der Mehrheit einer <a class="inspected inspected-piwik" href="https://www.parlament.ch/_layouts/15/FIXUPREDIRECT.ASPX?WordId=120&amp;WebId=3c3c4c5b-cf6a-4482-99a9-06bdfa6604fe&amp;TermSetId=4ce13c9a-1572-4204-bafd-d61b1edf663a&amp;TermId=9c5a5c2f-2000-4372-bafb-97f34f03c77a">Kommission</a>, von einer <a class="inspected inspected-piwik" href="https://www.parlament.ch/_layouts/15/FIXUPREDIRECT.ASPX?WordId=84&amp;WebId=3c3c4c5b-cf6a-4482-99a9-06bdfa6604fe&amp;TermSetId=4ce13c9a-1572-4204-bafd-d61b1edf663a&amp;TermId=9c5a5c2f-2000-4372-bafb-97f34f03c77a">Fraktion</a> oder einem <a class="inspected inspected-piwik" href="https://www.parlament.ch/_layouts/15/FIXUPREDIRECT.ASPX?WordId=182&amp;WebId=3c3c4c5b-cf6a-4482-99a9-06bdfa6604fe&amp;TermSetId=4ce13c9a-1572-4204-bafd-d61b1edf663a&amp;TermId=9c5a5c2f-2000-4372-bafb-97f34f03c77a">Ratsmitglied</a> eingereicht werden. Das Postulat ist angenommen, wenn ihm der Rat, in dem es eingereicht wurde,&nbsp;zustimmt.</li></ul></div> Fri, 14 Mar 2025 15:11:39 +0000 Renato 4130 at https://www.swissveg.ch Krankmachendes Fleisch: Alle getesteten Burger enthielten antibiotikaresistente Bakterien https://www.swissveg.ch/de/krankmachende-burger?language=en <span>Krankmachendes Fleisch: Alle getesteten Burger enthielten antibiotikaresistente Bakterien</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>7. März 2025 - 10:38</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Eine aktuelle Untersuchung des K-Tipp zeigt erneut, wie stark Fleischprodukte mit krankmachenden Keimen belastet sind. In jedem einzelnen der getesteten Tiefkühl-Burger wurden antibiotikaresistente Bakterien nachgewiesen – und das, obwohl die meisten Produkte aus Schweizer Fleisch bestanden.</p><h2>Besorgniserregende antibiotikaresistente Keime</h2><p>K-Tipp testete zwölf tiefgekühlte Rindsburger von Coop, Migros, Denner, Aldi und Globus auf ihre Belastung mit Keimen und Industriegiften sowie auf ihre Fleischqualität.<span class="fussnotenlink">1</span> Das Ergebnis: Nur drei Produkte erhielten die Bewertung «genügend» – der Rest schnitt mit «ungenügend» oder sogar «schlecht» ab. Besonders alarmierend ist, dass in allen Produkten antibiotikaresistente Staphylokokken (MRSA) gefunden wurden. Diese können schwere Infektionen auslösen und sind schwer zu behandeln, da sie nicht mehr auf Antibiotika ansprechen.<br>Doch nicht nur Rindfleisch enthält solche Keime, sondern auch Pouletfleisch: Ein Bericht des Bundes aus dem Jahr 2014 zeigt, dass drei von vier Poulet-Erzeugnissen mit antibiotikaresistenten Keimen kontaminiert sind, wie Swissveg in der Kampagne <a href="https://www.swissveg.ch/huhngesund?language=de">HuHngesund?</a> thematisierte.<span class="fussnotenlink">2</span></p><h2>Massenproduktion als Hauptursache</h2><p>Ein Hauptproblem der starken Keimbelastung liegt in der industriellen Fleischproduktion: Ein einziger Burger kann Fleisch von bis zu 300 Tieren enthalten.<span class="fussnotenlink">3</span> Ist das Fleisch nur eines dieser Tiere mit Keimen belastet, kann sich die Kontamination auf die gesamte Charge ausbreiten. Das Risiko für gesundheitsschädliche Erreger steigt damit massiv.<br>Für das Vorkommen von MRSA sind Mastbetriebe die Hauptursache – insbesondere aufgrund des hohen Antibiotikaeinsatzes in der Viehzucht. Die Migros bestätigt dies in ihrer Stellungnahme: Die Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen sei auf die Aufzuchtbedingungen der Tiere zurückzuführen. Doch nicht nur in der herkömmlichen Massentierhaltung werden Antibiotika eingesetzt – auch die Bio-Produkte enthielten im Test antibiotikaresistente Keime.</p><h2>Fäkalkeime und Verderbniserreger</h2><p>Neben den antibiotikaresistenten Keimen wurden in drei Burgern Fäkalkeime – darunter <em>E. coli</em>-Bakterien wie EHEC und EPEC – gefunden, die schwere Durchfallerkrankungen verursachen können. Zudem wurden in zwei Produkten Verderbniserreger wie Enterobakterien und Pseudomonaden nachgewiesen. Diese können ebenfalls Durchfall und Infektionen auslösen – und die gefundenen Werte überschritten deutlich die tolerierbaren Grenzwerte.<br>Doch damit nicht genug: In zwei Produkten wurden auch sogenannte «Ewigkeitschemikalien» (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, PFAS) nachgewiesen, die in der Schweiz und der EU verboten sind. Diese Industriegifte stehen im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen und krebserregend zu sein.</p><h2>Detailhändler ziehen sich aus der Verantwortung</h2><p>Angesichts der alarmierenden Testergebnisse lässt die Reaktion der Detailhändler zu wünschen übrig. Die Mehrheit verweist lediglich auf die Küchenhygiene und rät, die Burger «gut durchzubraten». Einzig Globus nimmt seinen «Delicatessa Burger» aus Schweizer Fleisch aus dem Sortiment.<br>Doch die Ergebnisse des Burger-Tests sind kein Einzelfall. Ähnliche Untersuchungen, etwa zu Fondue Chinoise oder Grillfleisch, zeigen immer wieder eine hohe Keimbelastung.<span class="fussnotenlink">4</span> Gerade in der warmen Jahreszeit oder an Feiertagen steigen die Erkrankungen durch kontaminiertes Fleisch deutlich an.</p><h2>Sichere und genussvolle Alternativen wählen</h2><p>Wer das Risiko einer Lebensmittelinfektion minimieren möchte, sollte besser auf pflanzliche Alternativen setzen. Vegane Burger und andere Fleischalternativen sind zudem in der Regel <a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">gesünder als das tierische Original</a>: Sie enthalten weniger (gesättigte) Fette, Pestizidrückstände, Hormone und Antibiotika – dafür aber mehr Nahrungsfasern.<span class="fussnotenlink">5</span> Die Auswahl an veganen Alternativen lässt also keine Wünsche offen. Damit kann man unbesorgt geniessen – ohne gesundheitliche Risiken und ohne Tierleid.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li><p class="sdfootnote">Rindlisbacher, S. (2025, 11. Februar). Test: Diese Tiefkühl-Hamburger können krank machen. K-Tipp. <a href="https://www.ktipp.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/test-diese-burger-koennen-krank-machen" target="_blank">https://www.ktipp.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/test-diese-burger-koennen-krank-machen</a></p></li><li><p class="sdfootnote">Mennig, D. (2014, 2. Dezember). Multiresistente Keime im Pouletfleisch: Konsumenten in Gefahr. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/gesundheit-multiresistente-keime-im-pouletfleisch-konsumenten-in-gefahr" target="_blank">www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/gesundheit-multiresistente-keime-im-pouletfleisch-konsumenten-in-gefahr</a></p></li><li><p class="sdfootnote">Rindlisbacher, S. (2025, 11. Februar). Test: Diese Tiefkühl-Hamburger können krank machen. K-Tipp. <a href="https://www.ktipp.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/test-diese-burger-koennen-krank-machen" target="_blank">https://www.ktipp.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/test-diese-burger-koennen-krank-machen</a></p></li><li><p class="sdfootnote">Rindlisbacher, S. (2024, 4. Dezember). Fondue Chinoise im Test: Krankmachende Bakterien in zwei Produkten. Saldo. <a href="https://www.saldo.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/krankmachende-bakterien-in-zwei-produkten" target="_blank">https://www.saldo.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/krankmachende-bakterien-in-zwei-produkten</a></p></li><li><p class="sdfootnote">Huber, J., &amp; Keller, M. (2017): Ernährungsphysiologische Bewertung von konventionell und ökologisch erzeugten vegetarischen und veganen Fleisch- und Wurstalternativen. Studie im Auftrag der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Berlin. <a href="https://www.swissveg.ch/www.albert-schweitzer-stiftung.de/fleischalternativen-studie" target="_blank">https://www.swissveg.ch/www.albert-schweitzer-stiftung.de/fleischalternativen-studie</a></p></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/fondue-chinoise-mit-keimen-belastet?language=de">Fondue Chinoise mit gefährlichen Keimen belastet</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/gefahr-grillieren?language=de">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">Vegane Lebensmittel – gesund oder nicht?</a></li><li>Kampagne <a href="https://www.swissveg.ch/huhngesund?language=de">HuHngesund? - Ungesund</a></li></ul></div> Fri, 07 Mar 2025 09:38:08 +0000 Christine 4126 at https://www.swissveg.ch Der Kampf gegen Fleischalternativen geht weiter https://www.swissveg.ch/de/kampf-gegen-fleischalternativen?language=en <span>Der Kampf gegen Fleischalternativen geht weiter</span> <span><span lang="" about="/de/user/2634?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Amandine</span></span> <span>17. Februar 2025 - 11:44</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Alternativen zu Fleisch werden von Fleischliebhabenden schon immer mit Argwohn betrachtet. Nachdem die Fleischlobby alle möglichen Scheinargumente benutzt hat, um diese zu diskreditieren, verfolgt sie nun eine neue Strategie, um die Werbung für diese Produkte zu verhindern.</p><p>Im September 2024 hat der Bund seine Ernährungsempfehlungen aktualisiert, um mehr pflanzliche Proteine wie Tofu, Tempeh, Seitan und Hülsenfrüchte einzuschliessen.<span class="fussnotenlink">1</span> Obwohl es verschiedene Zubereitungsarten gibt, um den Geschmack und das Essvergnügen zu maximieren, gehören diese Lebensmittel (noch) nicht zum durchschnittlichen westlichen Kochrepertoire und sind mit einer Reihe von Vorurteilen konfrontiert. Für Menschen, die ihre Ernährung schrittweise umstellen möchten, ohne ihre Gewohnheiten umzukrempeln oder das Kochen neu zu erlernen, besteht die einfachste Lösung darin, Fleischwaren durch Fleischalternativen zu ersetzen. Natürlich ist es im Rahmen einer gesunden pflanzlichen Ernährung wichtig, auch unverarbeitete Proteinquellen zu integrieren, aber Fleischimitate können eine entscheidende Rolle beim Übergang zu pflanzlichen Lebensmitteln spielen, indem sie zeigen, dass man auf seine Lieblingsprodukte nicht ganz verzichten muss. Im Jahr 2023 machten Fleischalternativen durchschnittlich 3,1% des gesamten Lebensmittelmarktes aus.<span class="fussnotenlink">2</span> Im selben Jahr hatten 56% der Schweizer Bevölkerung bereits vegane Alternativen probiert und mehr als ein Viertel konsumierte sie mehrmals im Monat.<span class="fussnotenlink">3</span> Doch Alternativen zu Fleisch werden seit jeher von Fleischliebhabenden mit Argwohn betrachtet. Sie weigern sich zuzugeben, dass eine andere Ernährungsweise nicht nur möglich, sondern aus ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Sicht auch wünschenswert ist.</p><h5>Mythen und Schlagargumente</h5><p>Eines der beliebtesten Argumente der Fleischbefürwortenden ist die Abholzung der Regenwälder durch den Sojaanbau. Was sie oft nicht wissen, ist, dass die überwiegende Mehrheit des in Lateinamerika angebauten Sojas tatsächlich für die Fütterung von Nutztieren verwendet wird. Somit konsumiert ein Fleischesser oder eine Fleischesserin indirekt viel mehr Soja als eine vegetarische oder vegane Person. Andererseits wird Soja, das in der Schweiz für den menschlichen Verzehr verkauft wird, grundsätzlich in Europa angebaut und steht in keinerlei Zusammenhang mit der Abholzung von Regenwäldern.</p><p>Ein weiteres Argument der Fleischlobby ist, dass die pflanzlichen Alternativen alle stark verarbeitet und daher ungesund seien. Zu diesem Thema haben wir bereits einen Artikel in der <a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/7d21735bcdfd4c1a2cf3" target="_blank">Veg-Info Ausgabe Nr. 111 (Winter 2023)</a> veröffentlicht. Kurz gesagt: Ja, hochverarbeitete Lebensmittel sind im Allgemeinen weniger gesund als unverarbeitete Lebensmittel. Aber das Kriterium des Verarbeitungsgrades allein reicht nicht aus, um zu bestimmen, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Letztendlich darf man nicht vergessen, dass es auch wenig verarbeitete pflanzliche Alternativen gibt und dass die meisten ultraverarbeiteten Produkte in den Supermärkten nicht vegan sind. Verarbeitetes Fleisch wird übrigens von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft,<span class="fussnotenlink">4</span> was bei verarbeiteten Produkten auf Soja- oder Erbsenproteinbasis nicht der Fall ist. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass Fleischimitate zumeist gesünder (und nachhaltiger) sind als die tierische Version.<span class="fussnotenlink">5, 6</span> Darüber hinaus muss betont werden, dass die in unserem Land konsumierte Fleischmenge – im Durchschnitt 111 g pro Person und Tag – dreimal höher ist als der von dem Bund empfohlene Wert<span class="fussnotenlink">7</span> und dass rotes Fleisch, selbst wenn es unverarbeitet ist, von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird.<span class="fussnotenlink">8</span></p><h5>Deutungsstreit</h5><p>Nachdem der Fleischlobby die Argumente ausgegangen waren, änderte sie ihre Taktik. In Frankreich wurden 2022 und 2024 zwei Dekrete erlassen, um die Verwendung von Begriffen aus der Metzgerei- oder Wurstbranche zur Bezeichnung von Produkten, die pflanzliche Proteine enthalten, zu verbieten. Diese Texte gingen auf eine Forderung der Tierindustrie zurück, die behauptete, dass Bezeichnungen wie «veganer Schinken», «Sojasteak» oder «vegane Wurst» die Verbraucher in die Irre führen könnten. Der Fall wurde schliesslich vor den Gerichtshof der Europäischen Union gebracht, der befand, dass das Verbot zu weit ging und die EU-Verbraucherschutzvorschriften ausreichend waren.</p><p>Im Dezember letzten Jahres, knapp drei Monate nach der Veröffentlichung der neuen Ernährungsempfehlungen, nahmen die Mitglieder des Grossen Rates des Kantons Wallis eine Motion an, um die Verwendung von Begriffen aus der Metzgerei in der Werbung für pflanzliche Alternativen zu verbieten. Kurz darauf wurde im Grossen Rat des Kantons Waadt eine ähnliche Motion eingereicht. Darin wird der Waadtländer Staatsrat aufgefordert, eine Änderung des Gesetzes über die Reklameverfahren (LPR) vorzuschlagen, um die Werbung mit Begriffen, die mit tierischen Schlachtprodukten in Verbindung stehen, für fleischlose Lebensmittel zu verbieten. Die Motionäre möchten zudem eine Liste von Bezeichnungen erstellen, die in der Werbung nur für tierische Produkte verwendet werden dürfen.&nbsp;</p><p class="zitat">Laut den Abgeordneten «kann der Missbrauch dieser Begriffe durch die Industrie für pflanzliche Produkte bei den Verbrauchern Verwirrung stiften und wertet die Arbeit der Tierindustrie ab». Die Motionärin Marion Wahlen geht sogar so weit zu behaupten, dass «es sich keinesfalls um eine Debatte für oder gegen Fleisch handelt, sondern darum, Verwirrung in der Werbung zu vermeiden».<span class="fussnotenlink">9</span></p><p>Jedoch werden pflanzliche Alternativen generell nicht in denselben Regalen wie Fleischprodukte platziert und die grosse Mehrheit von ihnen trägt ein deutlich sichtbares veganes Label (z.B. Swissvegs <a href="https://www.swissveg.ch/v-label_allgemein?language=de">V-Label</a>). Die Verbraucher so sehr gegen pflanzliche Proteine «schützen» zu wollen, zeugt von einer tiefen Herablassung gegenüber ihnen. Um die Gesundheit der Bevölkerung wirklich zu schützen (und gleichzeitig die vom Bund gesetzten Umweltziele zu erreichen), wäre es eigentlich viel sinnvoller, die Werbung für Fleisch zu verbieten oder zumindest nicht mehr mit Steuergeldern zu finanzieren.<span class="fussnotenlink">10</span></p><p>Zum Abschluss ihrer Argumentation fügt die Abgeordnete noch hinzu:</p><p class="zitat">«[Die Motion] soll die lokalen Akteure des Fleischsektors fördern, anstatt die Verwendung von beispielsweise Soja zu unterstützen, das nicht in unserem Land angebaut wird.»<span class="fussnotenlink">9</span></p><p>Ist Frau Wahlen bewusst, dass es tatsächlich Soja gibt, das in der Schweiz produziert wird? Und vor allem, dass die Akteure der Fleischbranche in der Schweiz jedes Jahr fast 250&nbsp;000 Tonnen Futtersoja importieren? Denn obwohl aktuell 60% des verfügbaren Ackerlandes in unserem Land für den Anbau von Futterpflanzen genutzt werden, reicht dies nicht aus, um alle Nutztiere zu ernähren, die auf Schweizer Boden gehalten werden. Selbst Produkte, die mit «Schweizer Fleisch» gekennzeichnet sind, setzen daher einen Anteil an importiertem Futter voraus.<span class="fussnotenlink">11</span> Um kurze Wege zu bevorzugen, wäre es besser, die Zahl der Nutztiere zu reduzieren und den dadurch frei werdenden Platz zu nutzen, um mehr Pflanzen anzubauen, die direkt für die menschliche Ernährung bestimmt sind –&nbsp;zum Beispiel Soja und weitere Hülsenfrüchte. So könnte die Bevölkerung mehr einheimische pflanzliche Proteine und weniger Fleischprodukte konsumieren, was sowohl ihrer Gesundheit als auch den Tieren und der Umwelt zugute käme.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Swissveg. (2024, 16. September). Bund passt Ernährungsempfehlungen an. <a href="https://www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen?language=de">www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen</a></li><li>Proviande. (2023). Der Fleischmarkt im Überblick 2023. <a href="https://www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf">www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf</a></li><li>Coop. (2024, Januar). Plant Based Food Report 2024. <a href="https://www.coop.ch/content/dam/insieme/plantbased-report-2024/Coop_Plant_Based_Food_Report_2024_D.pdf">www.coop.ch/content/dam/insieme/plantbased-report-2024/Coop_Plant_Based_Food_Report_2024_D.pdf</a></li><li>International Agency for Research on Cancer IARC (World Health Organisation WHO). (2015, 26. Oktober). Pressemitteilung: IARC Monographs evaluate consumption of red meat and processed meat. <a href="https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf">www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf</a></li><li>Swissveg. (o. D.) Vegane Lebensmittel - Gesund oder nicht? <a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel</a></li><li>Swissveg. (2024, 8. September). Pflanzliche Ernährung senkt Krankheitsrisiko. <a href="https://www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko?language=de">www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko</a></li><li>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. (2017, Mai). Fachinformation – Fleischkonsum. <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-fleisch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Fleischkonsum.pdf">www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-fleisch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Fleischkonsum.pdf</a></li><li>International Agency for Research on Cancer IARC (World Health Organisation WHO). (2015, 26. Oktober). Pressemitteilung: IARC Monographs evaluate consumption of red meat and processed meat. <a href="https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf">www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf</a></li><li>Le Temps. (2025, 11. Januar). Une motion vaudoise veut interdire la publicité pour les steaks végétaux. <a href="https://www.letemps.ch/suisse/vaud/une-motion-vaudoise-veut-interdire-la-publicite-pour-les-steaks-vegetaux">www.letemps.ch/suisse/vaud/une-motion-vaudoise-veut-interdire-la-publicite-pour-les-steaks-vegetaux</a>&nbsp;</li><li>Swissveg. (2022). Widersprüche der Schweizer Politik: Gesundheit vs. Fleischwerbung. <a href="https://www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1">www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1</a>&nbsp;</li><li>Greenpeace. (2021, Februar). Die Futtermittel-Schwindel. <a href="https://www.greenpeace.ch/static/planet4-switzerland-stateless/2021/02/def5684d-gp_futtermittelreport_20210131_de_doppelseiten_klein.pdf">www.greenpeace.ch/static/planet4-switzerland-stateless/2021/02/def5684d-gp_futtermittelreport_20210131_de_doppelseiten_klein.pdf</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/Lebensmittelkennzeichnung?language=de">Produktenamen: Ist eine Vegi-Wurst irreführend?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen?language=de">Bund passt Ernährungsempfehlungen an</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">Vegane Lebensmittel - Gesund oder nicht?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/studie-ersatzprodukte-fleisch-milch?language=de">Ersatzprodukte für Fleisch und Milch: Was sagt die TA-Swiss-Studie tatsächlich?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko?language=de">Pflanzliche Ernährung senkt Krankheitsrisiko</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1">Widersprüche der Schweizer Politik: Gesundheit vs. Fleischwerbung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/2021_08_Werbeverbot_fuer_Fleisch?language=de">Kommt bald das Werbeverbot für Fleisch?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/umfrage_fleischwerbesubventionen?language=de">Umfrage: Bevölkerung lehnt Steuergelder für Fleischwerbung ab</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/grasland-schweiz?language=de">Grasland Schweiz: Mehr Lebensmittel durch weniger Tiere?</a></li></ul></div> Mon, 17 Feb 2025 10:44:52 +0000 Amandine 4124 at https://www.swissveg.ch Der Kampf gegen Fleischalternativen geht weiter https://www.swissveg.ch/de/kampf-gegen-fleischalternativen?language=en <span>Der Kampf gegen Fleischalternativen geht weiter</span> <span><span lang="" about="/de/user/2634?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Amandine</span></span> <span>17. Februar 2025 - 11:44</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Alternativen zu Fleisch werden von Fleischliebhabenden schon immer mit Argwohn betrachtet. Nachdem die Fleischlobby alle möglichen Scheinargumente benutzt hat, um diese zu diskreditieren, verfolgt sie nun eine neue Strategie, um die Werbung für diese Produkte zu verhindern.</p><p>Im September 2024 hat der Bund seine Ernährungsempfehlungen aktualisiert, um mehr pflanzliche Proteine wie Tofu, Tempeh, Seitan und Hülsenfrüchte einzuschliessen.<span class="fussnotenlink">1</span> Obwohl es verschiedene Zubereitungsarten gibt, um den Geschmack und das Essvergnügen zu maximieren, gehören diese Lebensmittel (noch) nicht zum durchschnittlichen westlichen Kochrepertoire und sind mit einer Reihe von Vorurteilen konfrontiert. Für Menschen, die ihre Ernährung schrittweise umstellen möchten, ohne ihre Gewohnheiten umzukrempeln oder das Kochen neu zu erlernen, besteht die einfachste Lösung darin, Fleischwaren durch Fleischalternativen zu ersetzen. Natürlich ist es im Rahmen einer gesunden pflanzlichen Ernährung wichtig, auch unverarbeitete Proteinquellen zu integrieren, aber Fleischimitate können eine entscheidende Rolle beim Übergang zu pflanzlichen Lebensmitteln spielen, indem sie zeigen, dass man auf seine Lieblingsprodukte nicht ganz verzichten muss. Im Jahr 2023 machten Fleischalternativen durchschnittlich 3,1% des gesamten Lebensmittelmarktes aus.<span class="fussnotenlink">2</span> Im selben Jahr hatten 56% der Schweizer Bevölkerung bereits vegane Alternativen probiert und mehr als ein Viertel konsumierte sie mehrmals im Monat.<span class="fussnotenlink">3</span> Doch Alternativen zu Fleisch werden seit jeher von Fleischliebhabenden mit Argwohn betrachtet. Sie weigern sich zuzugeben, dass eine andere Ernährungsweise nicht nur möglich, sondern aus ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Sicht auch wünschenswert ist.</p><h5>Mythen und Schlagargumente</h5><p>Eines der beliebtesten Argumente der Fleischbefürwortenden ist die Abholzung der Regenwälder durch den Sojaanbau. Was sie oft nicht wissen, ist, dass die überwiegende Mehrheit des in Lateinamerika angebauten Sojas tatsächlich für die Fütterung von Nutztieren verwendet wird. Somit konsumiert ein Fleischesser oder eine Fleischesserin indirekt viel mehr Soja als eine vegetarische oder vegane Person. Andererseits wird Soja, das in der Schweiz für den menschlichen Verzehr verkauft wird, grundsätzlich in Europa angebaut und steht in keinerlei Zusammenhang mit der Abholzung von Regenwäldern.</p><p>Ein weiteres Argument der Fleischlobby ist, dass die pflanzlichen Alternativen alle stark verarbeitet und daher ungesund seien. Zu diesem Thema haben wir bereits einen Artikel in der <a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/7d21735bcdfd4c1a2cf3" target="_blank">Veg-Info Ausgabe Nr. 111 (Winter 2023)</a> veröffentlicht. Kurz gesagt: Ja, hochverarbeitete Lebensmittel sind im Allgemeinen weniger gesund als unverarbeitete Lebensmittel. Aber das Kriterium des Verarbeitungsgrades allein reicht nicht aus, um zu bestimmen, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Letztendlich darf man nicht vergessen, dass es auch wenig verarbeitete pflanzliche Alternativen gibt und dass die meisten ultraverarbeiteten Produkte in den Supermärkten nicht vegan sind. Verarbeitetes Fleisch wird übrigens von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft,<span class="fussnotenlink">4</span> was bei verarbeiteten Produkten auf Soja- oder Erbsenproteinbasis nicht der Fall ist. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass Fleischimitate zumeist gesünder (und nachhaltiger) sind als die tierische Version.<span class="fussnotenlink">5, 6</span> Darüber hinaus muss betont werden, dass die in unserem Land konsumierte Fleischmenge – im Durchschnitt 111 g pro Person und Tag – dreimal höher ist als der von dem Bund empfohlene Wert<span class="fussnotenlink">7</span> und dass rotes Fleisch, selbst wenn es unverarbeitet ist, von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird.<span class="fussnotenlink">8</span></p><h5>Deutungsstreit</h5><p>Nachdem der Fleischlobby die Argumente ausgegangen waren, änderte sie ihre Taktik. In Frankreich wurden 2022 und 2024 zwei Dekrete erlassen, um die Verwendung von Begriffen aus der Metzgerei- oder Wurstbranche zur Bezeichnung von Produkten, die pflanzliche Proteine enthalten, zu verbieten. Diese Texte gingen auf eine Forderung der Tierindustrie zurück, die behauptete, dass Bezeichnungen wie «veganer Schinken», «Sojasteak» oder «vegane Wurst» die Verbraucher in die Irre führen könnten. Der Fall wurde schliesslich vor den Gerichtshof der Europäischen Union gebracht, der befand, dass das Verbot zu weit ging und die EU-Verbraucherschutzvorschriften ausreichend waren.</p><p>Im Dezember letzten Jahres, knapp drei Monate nach der Veröffentlichung der neuen Ernährungsempfehlungen, nahmen die Mitglieder des Grossen Rates des Kantons Wallis eine Motion an, um die Verwendung von Begriffen aus der Metzgerei in der Werbung für pflanzliche Alternativen zu verbieten. Kurz darauf wurde im Grossen Rat des Kantons Waadt eine ähnliche Motion eingereicht. Darin wird der Waadtländer Staatsrat aufgefordert, eine Änderung des Gesetzes über die Reklameverfahren (LPR) vorzuschlagen, um die Werbung mit Begriffen, die mit tierischen Schlachtprodukten in Verbindung stehen, für fleischlose Lebensmittel zu verbieten. Die Motionäre möchten zudem eine Liste von Bezeichnungen erstellen, die in der Werbung nur für tierische Produkte verwendet werden dürfen.&nbsp;</p><p class="zitat">Laut den Abgeordneten «kann der Missbrauch dieser Begriffe durch die Industrie für pflanzliche Produkte bei den Verbrauchern Verwirrung stiften und wertet die Arbeit der Tierindustrie ab». Die Motionärin Marion Wahlen geht sogar so weit zu behaupten, dass «es sich keinesfalls um eine Debatte für oder gegen Fleisch handelt, sondern darum, Verwirrung in der Werbung zu vermeiden».<span class="fussnotenlink">9</span></p><p>Jedoch werden pflanzliche Alternativen generell nicht in denselben Regalen wie Fleischprodukte platziert und die grosse Mehrheit von ihnen trägt ein deutlich sichtbares veganes Label (z.B. Swissvegs <a href="https://www.swissveg.ch/v-label_allgemein?language=de">V-Label</a>). Die Verbraucher so sehr gegen pflanzliche Proteine «schützen» zu wollen, zeugt von einer tiefen Herablassung gegenüber ihnen. Um die Gesundheit der Bevölkerung wirklich zu schützen (und gleichzeitig die vom Bund gesetzten Umweltziele zu erreichen), wäre es eigentlich viel sinnvoller, die Werbung für Fleisch zu verbieten oder zumindest nicht mehr mit Steuergeldern zu finanzieren.<span class="fussnotenlink">10</span></p><p>Zum Abschluss ihrer Argumentation fügt die Abgeordnete noch hinzu:</p><p class="zitat">«[Die Motion] soll die lokalen Akteure des Fleischsektors fördern, anstatt die Verwendung von beispielsweise Soja zu unterstützen, das nicht in unserem Land angebaut wird.»<span class="fussnotenlink">9</span></p><p>Ist Frau Wahlen bewusst, dass es tatsächlich Soja gibt, das in der Schweiz produziert wird? Und vor allem, dass die Akteure der Fleischbranche in der Schweiz jedes Jahr fast 250&nbsp;000 Tonnen Futtersoja importieren? Denn obwohl aktuell 60% des verfügbaren Ackerlandes in unserem Land für den Anbau von Futterpflanzen genutzt werden, reicht dies nicht aus, um alle Nutztiere zu ernähren, die auf Schweizer Boden gehalten werden. Selbst Produkte, die mit «Schweizer Fleisch» gekennzeichnet sind, setzen daher einen Anteil an importiertem Futter voraus.<span class="fussnotenlink">11</span> Um kurze Wege zu bevorzugen, wäre es besser, die Zahl der Nutztiere zu reduzieren und den dadurch frei werdenden Platz zu nutzen, um mehr Pflanzen anzubauen, die direkt für die menschliche Ernährung bestimmt sind –&nbsp;zum Beispiel Soja und weitere Hülsenfrüchte. So könnte die Bevölkerung mehr einheimische pflanzliche Proteine und weniger Fleischprodukte konsumieren, was sowohl ihrer Gesundheit als auch den Tieren und der Umwelt zugute käme.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Swissveg. (2024, 16. September). Bund passt Ernährungsempfehlungen an. <a href="https://www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen?language=de">www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen</a></li><li>Proviande. (2023). Der Fleischmarkt im Überblick 2023. <a href="https://www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf">www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf</a></li><li>Coop. (2024, Januar). Plant Based Food Report 2024. <a href="https://www.coop.ch/content/dam/insieme/plantbased-report-2024/Coop_Plant_Based_Food_Report_2024_D.pdf">www.coop.ch/content/dam/insieme/plantbased-report-2024/Coop_Plant_Based_Food_Report_2024_D.pdf</a></li><li>International Agency for Research on Cancer IARC (World Health Organisation WHO). (2015, 26. Oktober). Pressemitteilung: IARC Monographs evaluate consumption of red meat and processed meat. <a href="https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf">www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf</a></li><li>Swissveg. (o. D.) Vegane Lebensmittel - Gesund oder nicht? <a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel</a></li><li>Swissveg. (2024, 8. September). Pflanzliche Ernährung senkt Krankheitsrisiko. <a href="https://www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko?language=de">www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko</a></li><li>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. (2017, Mai). Fachinformation – Fleischkonsum. <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-fleisch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Fleischkonsum.pdf">www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-fleisch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Fleischkonsum.pdf</a></li><li>International Agency for Research on Cancer IARC (World Health Organisation WHO). (2015, 26. Oktober). Pressemitteilung: IARC Monographs evaluate consumption of red meat and processed meat. <a href="https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf">www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf</a></li><li>Le Temps. (2025, 11. Januar). Une motion vaudoise veut interdire la publicité pour les steaks végétaux. <a href="https://www.letemps.ch/suisse/vaud/une-motion-vaudoise-veut-interdire-la-publicite-pour-les-steaks-vegetaux">www.letemps.ch/suisse/vaud/une-motion-vaudoise-veut-interdire-la-publicite-pour-les-steaks-vegetaux</a>&nbsp;</li><li>Swissveg. (2022). Widersprüche der Schweizer Politik: Gesundheit vs. Fleischwerbung. <a href="https://www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1">www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1</a>&nbsp;</li><li>Greenpeace. (2021, Februar). Die Futtermittel-Schwindel. <a href="https://www.greenpeace.ch/static/planet4-switzerland-stateless/2021/02/def5684d-gp_futtermittelreport_20210131_de_doppelseiten_klein.pdf">www.greenpeace.ch/static/planet4-switzerland-stateless/2021/02/def5684d-gp_futtermittelreport_20210131_de_doppelseiten_klein.pdf</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/Lebensmittelkennzeichnung?language=de">Produktenamen: Ist eine Vegi-Wurst irreführend?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/neue-ernaehrungsempfehlungen?language=de">Bund passt Ernährungsempfehlungen an</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">Vegane Lebensmittel - Gesund oder nicht?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/studie-ersatzprodukte-fleisch-milch?language=de">Ersatzprodukte für Fleisch und Milch: Was sagt die TA-Swiss-Studie tatsächlich?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko?language=de">Pflanzliche Ernährung senkt Krankheitsrisiko</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/widersprueche-schweizer-politik?language=de#widerspruch-1">Widersprüche der Schweizer Politik: Gesundheit vs. Fleischwerbung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/2021_08_Werbeverbot_fuer_Fleisch?language=de">Kommt bald das Werbeverbot für Fleisch?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/umfrage_fleischwerbesubventionen?language=de">Umfrage: Bevölkerung lehnt Steuergelder für Fleischwerbung ab</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/grasland-schweiz?language=de">Grasland Schweiz: Mehr Lebensmittel durch weniger Tiere?</a></li></ul></div> Mon, 17 Feb 2025 10:44:52 +0000 Amandine 4124 at https://www.swissveg.ch C-Label: Eine Revolution für tierfreundliche Ernährung https://www.swissveg.ch/de/C-Label_Eine-Revolution-fuer-tierfreundliche-Ernaehrung?language=en <span>C-Label: Eine Revolution für tierfreundliche Ernährung</span> <span><span lang="" about="/de/user/2986?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Lubomir</span></span> <span>10. Februar 2025 - 15:29</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">In der Welt der Ernährungstechnologie gibt es immer wieder Innovationen – doch nur selten eine, die so tiefgreifend unser Verständnis von Fleisch, Ethik und Nachhaltigkeit verändert wie kultiviertes Fleisch. Am 21. Januar 2025 wurde mit dem <a href="https://www.c-label.com" target="_blank"><strong>C-Label</strong></a> von Swissveg das weltweit erste unabhängige Zertifizierungssystem für zellbasierte Produkte vorgestellt. Eine Premiere, die nicht nur Tierfreunde, sondern auch Umwelt- und Gesundheitsbewusste aufhorchen lässt.</p><p>Warum ist das C-Label ein Meilenstein? Weil es eine Brücke zwischen ethischen Werten und technologischer Innovation schlägt. Es ermöglicht Menschen, Fleisch zu geniessen, ohne Tiere zu töten oder die Umwelt massiv zu belasten. Die Botschaft dahinter: Fortschritt kann tierfreundlich sein.</p><h2 class="western">Kultiviertes Fleisch – eine echte Alternative?</h2><p><a href="" title="Beispiel wie eine Packung kultiviertes Fleisch künftig aussehen könnte."><img src="/sites/swissveg.ch/files/c-label/C-Label_Mockup_Meat_1k.jpg" alt="Beispiel wie eine Packung kultiviertes Fleisch künftig aussehen könnte." width="25.3%" class="align-right" /></a>Viele Menschen möchten Tierleid reduzieren, aber nicht auf Fleisch verzichten. Hier kommt kultiviertes Fleisch ins Spiel: Es ist echtes Fleisch, aber ohne Schlachtung. Die Produkte zielen deshalb vor allem auf die Gruppe der Omnivoren ab, die nicht auf Fleisch verzichten wollen. Für alle anderen gibt es längst gute Fleischalternativen, die auch immer besser werden.</p><p>Doch was bedeutet «kultiviert»? Statt ein Tier zu töten, werden Zellen entnommen – meist durch eine harmlose Biopsie oder sogar aus abgefallenen Federn oder aus Eiern. Diese Zellen wachsen dann in einem Bioreaktor zu Muskelfasern heran, ohne, dass ein Tier leiden muss. Es ist eine Zukunftsvision, die bereits Realität wird.</p><h2 class="western">Warum braucht es ein eigenes Label?</h2><p>Das V-Label von Swissveg kennzeichnet seit Jahrzehnten vegetarische und vegane Produkte. Doch wo ordnet sich kultiviertes Fleisch ein? Es ist weder klassisch vegan noch vegetarisch, da es aus tierischen Zellen stammt. Dennoch verkörpert es zentrale Werte der pflanzenbasierten Bewegung: Es rettet Tiere, ist nachhaltiger als konventionelles Fleisch und bietet eine reale Alternative zur Massentierhaltung.</p><p>Damit Verbraucher Vertrauen in diese neue Technologie gewinnen, braucht es <strong>klare Standards und Transparenz</strong> – genau das bietet das C-Label. Es zeigt, dass kultiviertes Fleisch unter strengen ethischen und technologischen Vorgaben hergestellt wird und gibt Orientierung für bewusste Konsumenten.</p><h2 class="western">Strenge Kriterien für eine bessere Zukunft</h2><p>Wer das C-Label erhalten möchte, muss hohe Standards erfüllen. Dazu gehören:</p><ul><li>Tierfreie Nährmedien: Für die Herstellung von C-Label-Produkten wird kein tierisches Medium benötigt.</li><li>Tierschutz: Alle Eingriffe und Verfahren, insbesondere invasive Eingriffe wie Biopsien, müssen nachweislich notwendig, sowie möglichst schmerzlos und stressfrei für die Tiere sein. Im und für den gesamten Beschaffungs- und Herstellungsprozess werden keine Tiere getötet.</li><li>Frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO): Produkte mit dem C-Label enthalten nach den geltenden Vorschriften keine GVO (GVO können im Prozess verwendet werden, sind aber nicht im Endprodukt enthalten).</li><li>Antibiotikafrei: C-Label-Produkte benötigen keine Antibiotika im Produktionsprozess und enthalten deshalb auch keine Antibiotika im Endprodukt.</li><li>Frei von Krankheitserregern: Die kultivierte Komponente von C-Label-Produkten stammt aus einem Produktionsprozess, der frei von Krankheitserregern (wie z.B. Salmonellen, <em>E. coli</em> usw.) ist und ist daher selbst frei von solchen Krankheitserregern.</li><li>Schwermetall- und plastikfrei: C-Label-Produkte enthalten praktisch keine Schwermetalle oder Kunststoffe.</li><li>Zellentnahme: Wenn Zellen aus einem lebenden Tier gewonnen werden, muss dies so schmerzlos und stressfrei wie möglich für das Tier geschehen. Es werden so wenige Zellen wie möglich entnommen und jede Entnahme muss gut begründet sein.</li><li>Verwendung von Zellen: Das C-Label fördert, wo immer es möglich ist, tierfreie Technologien und vermeidet die Notwendigkeit einer ständigen Zellentnahme. Gegenwärtig sind nur immortalisierte Zellen zugelassen, was eine minimale erneute Entnahme garantiert, da diese Zellen nicht altern.</li></ul><p>Diese Kriterien garantieren, dass Produkte mit dem C-Label eine nachhaltige, sichere und ethische Wahl sind.</p><h2 class="western">Von der Skepsis zur Akzeptanz</h2><p>Die grössten Herausforderungen für kultiviertes Fleisch liegen nicht nur in der Technologie, sondern in der Wahrnehmung der Menschen. Viele stehen dem Thema skeptisch gegenüber, nicht zuletzt aus Unwissenheit oder Gewohnheit. Hier will das C-Label Aufklärung leisten und Produzenten zu ethischem Handeln bewegen.</p><p>Doch erinnern wir uns: Auch pflanzliche Milchprodukte wurden anfangs belächelt – heute sind Hafermilch, Mandelmilch &amp; Co. fester Bestandteil des Supermarktregals. Ähnlich könnte es bei kultiviertem Fleisch verlaufen.</p><p>Das C-Label will diesen Prozess beschleunigen. Es soll Vertrauen schaffen und durch Transparenz zeigen, dass kultiviertes Fleisch eine realistische, ethische Alternative ist – besonders für Menschen, die aus Gewohnheit oder sozialen Gründen nicht auf Fleisch verzichten wollen.</p><h2 class="western">C-Label als Gamechanger für die Lebensmittelindustrie</h2><p>Der erste zertifizierte Produzent ist <a href="https://meatly.pet/" target="_blank">Meatly</a>, ein Unternehmen, das sich für nachhaltige und tierfreundliche Fleischalternativen einsetzt. Durch die Zusammenarbeit mit Vorreitern wie Meatly setzt das C-Label ein starkes Zeichen für eine Zukunft, in der Fleischkonsum ohne Tierleid möglich ist.</p><p>Langfristig soll das C-Label nicht nur für Fleisch gelten, sondern auch für andere zellbasierte Produkte wie Leder. Die Möglichkeiten sind enorm – und sie könnten die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, revolutionieren.</p><h2 class="western">Fazit: Ein echter Wandel beginnt jetzt</h2><p>Die Massentierhaltung gehört zu den grössten ethischen und ökologischen Problemen unserer Zeit. Viele wissen, dass es eine bessere Lösung geben muss – doch gesellschaftliche Normen und wirtschaftliche Interessen bremsen den Wandel. Kultiviertes Fleisch könnte die Brücke sein, die Menschen hilft, tierfreundlichere Entscheidungen zu treffen, ohne auf ihre Gewohnheiten verzichten zu müssen.</p><p>Mit dem C-Label gibt Swissveg diesem Wandel ein Gesicht. Es steht für Transparenz, Ethik und Zukunft. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie schnell sich dieses Erstreben in der breiten Gesellschaft durchsetzen kann.</p><p>Wir haben die Vision einer Welt, wo kultiviertes Fleisch ihr herkömmliches und grausames Gegenstück überholt und letztendlich ersetzt, wo man mit Enttäuschung zurück auf eine Zeit sieht, in der Massentierhaltung noch als normal galt. Es ist noch ein weiter Weg, den wir voller Sorgfalt, Ausdauer und Hoffnung beschreiten.</p><p>Die Zukunft ist jetzt – und das C-Label ist der nächste Schritt.</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://c-label.com/">C-Label Webseite</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/Pressemitteilungen?language=de">Pressemitteilung</a></li></ul></div> Mon, 10 Feb 2025 14:29:16 +0000 Lubomir 4125 at https://www.swissveg.ch Warum Bio-Fleisch nicht besser ist https://www.swissveg.ch/de/bio-fleisch-nicht-besser?language=en <span>Warum Bio-Fleisch nicht besser ist</span> <span><span lang="" about="/de/user/2540?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Katherina</span></span> <span>22. November 2024 - 10:01</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">In der Schweiz lebende Menschen, die sich omnivor ernähren, betonen immer häufiger, generell wenig(er) Fleisch zu essen – und wenn, dann wird Wert auf ein «gutes Stück» gelegt. Beim «guten Fleisch», welches auch gern beim «Metzger um die Ecke» bezogen wird, ist hauptsächlich von Bio-Qualität die Rede.</p><p>2023 erreichten Fleisch- und Wurstwaren mit kostenmässig 21 Prozent den ersten Platz im durchschnittlichen Schweizer Einkaufskorb. Gemüse, Kartoffeln und Pilze mussten sich mit dem vierten (12 Prozent), und Früchte dem fünften Platz (10 Prozent) begnügen.<span class="fussnotenlink">1</span> Von «wenig Fleisch» kann hierzulande also nicht die Rede sein, oder landet im Einkaufskorb tatsächlich das «gute» und bekanntlich weitaus teurere Bio- Fleisch? Wenn ja: Für wen ist Bio-Fleisch wirklich die bessere Wahl?</p><h2>Bio-Fleisch in Zahlen</h2><p>In der Schweiz ist Geflügelfleisch mit grossem Abstand am beliebtesten. 2023 standen 60'180 Tonnen (inklusive Bio) im Detailhandel zum Verkauf (exklusive Wurstwaren, die ebenfalls Geflügelfleisch enthalten). Im direkten Vergleich wurde im selben Jahr mit 27'381 Tonnen Rind- und 25'315 Tonnen Schweinefleisch (inklusive Bio) mengenmässig weniger als die Hälfte dieser Fleischkategorien angeboten.&nbsp;</p><p>Wir wissen alle: Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Daher müsste ein beachtlicher Teil des offerierten Fleisches Bio-Qualität aufweisen – immerhin geben überdurchschnittlich viele Menschen an, genau darauf zu achten. Aber Fehlanzeige: Gerade einmal 1'505 der 60'180 Tonnen Geflügelfleisch waren 2023 im Einzelhandel biologischen Ursprungs. Das entspricht lächerlichen 2,5 Prozent. Zwar hat sich der Anteil von Bio-Geflügelfleisch seit 2014 nahezu verdoppelt (2014 mit 750 Tonnen), doch hat der Konsum von Geflügelfleisch in den letzten zehn Jahren allgemein zugenommen, sodass die Steigerung bei Bio-Poulet &amp; Co. binnen zehn Jahren (2014 bis 2023) lediglich ein Prozent ausmacht.&nbsp;</p><p>Diese Tendenz spiegelt sich auch in den Angeboten im Supermarkt wider. Im Online-Supermarkt von Coop weisen beispielsweise bloss acht der 86 Geflügelprodukte (9,3 Prozent) Bio-Qualität auf.<span class="fussnotenlink">2</span> Beim Grosshändler Migros sind es bei 202 Artikeln sogar nur 15 Bio-Produkte (7,4 Prozent).<span class="fussnotenlink">3</span> Deren höhere Preise sind ein ausschlaggebender Faktor, der die Kaufentscheidung mehr in Richtung der konventionellen Produkte treibt. Bei einem Vergleich im Juli 2024 über alle Produktgruppen im Bereich Fleisch hinweg, war das biologische Äquivalent zwischen 41 bis 65 Prozent teurer. Selbst wenn Fleisch tatsächlich wie ein Luxusgut behandelt und entsprechend selten gegessen wird, ist Bio-Fleisch noch eine Steigerung davon. Natürlich ist der höhere Preis gerechtfertigt: ausgewähltes Futter, keine prophylaktische Verabreichung von Antibiotika, kleinere Gruppengrössen, mehr Platz und Auslauf … aber hatten die Tiere aufgrund dieser Umstände wirklich ein besseres Leben?</p><h2>Haltungsbedingungen im Vergleich</h2><p>Konventionell dürfen in der Schweiz je nach Masttag bis zu 27'000 Poulets gehalten werden. Die erlaubte Besatzdichte beträgt 30 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter für Gruppen über 80 Tiere. Dies entspricht bei einem Endmastgewicht von etwas mehr als zwei Kilogramm ca. 15 Tiere pro Quadratmeter. Mit 660 Quadratzentimetern ergibt sich daraus ein Platzangebot von etwas mehr als einem DIN-A4-Blatt pro Tier. Nach 35 Tagen haben konventionell gehaltene Poulets ihr Schlachtgewicht erreicht. Die Mindestmastdauer beträgt bei Bio Suisse 63 Tage. Auf den ersten Blick leben Hühner in Bio-Haltung also deutlich länger. Bezogen auf eine Lebenserwartung von bis zu zehn Jahren in der freien Natur, sind 28 Tage mehr Lebenszeit nicht wirklich der Rede wert. Auch die natürliche Gruppengrösse von 5 bis 20 Hennen und einem Hahn übersteigt die für die Bio-Haltung zulässige Anzahl von 2'000 Tieren pro Stalleinheit (bei der Aufzucht sogar 4'000) bei weitem. Die erlaubte Besatzdichte bei biologischer Haltung beträgt 20 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter bzw. 25 Kilogramm, wenn im Stall ein anrechenbarer Aussenklimabereich vorhanden ist. Daraus ergeben sich 10 bzw. 13 Tiere pro Quadratmeter. Somit haben Bio-Hühner bei 1'000 Quadratzentimeter pro Tier 340 Quadratzentimeter zur Verfügung – also etwa die Hälfte eines DIN-A4-Blattes – mehr Platz als konventionell gehaltene.&nbsp;</p><p>Bei 13 Bio-Hühnern pro Quadratmeter würde das zusätzliche Platzangebot von 109 Quadratzentimetern etwa der Grösse eines handelsüblichen Smartphones entsprechen. Zwar steht Bio-Hühnern Weideauslauf zu, dieser kann und wird ihnen je nach Witterung, z. B. bei zu hohen oder tiefen Temperaturen, bei Wind oder Regen, verwehrt. Bei anderen Tierarten, etwa bei Schweinen, verhält es sich ähnlich: Schweine haben eine Lebenserwartung von bis zu 21 Jahren, werden in der Mast jedoch bereits nach nur fünf Monaten geschlachtet. Ein Schwein, das zwischen 50 und 110 Kilogramm wiegt, hat laut Tierhaltungsverordnung in der Schweiz eine Fläche von 0,7 Quadratmeter zur Verfügung. Bio Suisse gesteht Mastschweinen bis 110 Kilogramm eine Mindeststallfläche von 1,3 Quadratmeter pro Tier zu. Die Differenz von 0,6 Quadratmetern ist etwa so gross wie ein Badetuch und ebenfalls alles andere als artgerecht. Beide Haltungsformen werden z. B. dem Bedürfnis der Schweine, ihren Kot- und Schlafplatz voneinander zu trennen, nicht gerecht. Darüber hinaus birgt das beschränkte Platzangebot ein erhöhtes Krankheitsrisiko und hat schwere Verhaltensstörungen der Tiere zur Folge – beides Faktoren, die sich nachweislich negativ auf das Tierwohl auswirken. Da Tiere in der Mast in kürzester Zeit extremes Gewicht zulegen, kann es beispielsweise zu einer Überbelastung des Bewegungsapparates und Herz-Kreislaufproblemen kommen. Die hohe Belegungsdichte sowie mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten führen bei verschiedensten Tierarten zu Ausprägungen von Kannibalismus wie etwa (Ringel-)Schwanzbeissen bei Schweinen oder gegenseitiges Federpicken bei Hühnern.&nbsp;</p><p>Immerhin werden biologisch gehaltene Tiere besser ernährt. So dürfen Futtermittel laut Richtlinien von Bio Suisse keine Spuren von gentechnisch veränderten Organismen oder Folgeprodukte gentechnisch veränderter Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limits liegen.<span class="fussnotenlink">4</span> Das klingt prinzipiell gut, doch dient diese Regel in erster Linie dem Menschen; ob ein Futter Gentechnik enthält, spielt für die Tiere während ihrer kurzen Lebensdauer keine Rolle. Ebenso wenig trägt der prophylaktische Einsatz von Medikamenten, Antibiotika oder Hormonen nicht zur direkten Steigerung des Wohlbefindens eines Tieres bei, sondern zeigt vielmehr eine nicht artgerechte Haltung auf.</p><h2>Im Schlachthof sind alle Tiere gleich</h2><p>Die Richtlinien für biologisch gehaltene «Nutz-»Tiere enden, sobald diese den Bio-Betrieb verlassen und für den Transport zum Schlachthof verladen werden. Vorzüge wie ein grosszügigeres Platzangebot, Auslauf oder geeignete Bodenbeschaffenheit, mit denen sich Tierwohl- oder Bio-Siegel rühmen, haben von diesem Moment an keine Gültigkeit mehr. Bei bis zu achtstündigen Transporten unter verschiedensten Witterungsbedingungen (Hitze und Kälte) haben die Tiere in der Regel keinen Zugang zu Nahrung oder Trinkwasser.&nbsp;</p><p>Egal, ob Bio oder konventionell: Der Wert der Tiere gleicht auch beim Ein- und Ausladen eher dem einer Ware als fühlender Lebewesen; schnellstmöglich müssen die «Güter» in grossen Menge verstaut werden. Tiere, die sprichwörtlich aus der Reihe tanzen, sich widersetzen oder panische Reaktionen zeigen, werden z. B. mit Schlägen oder Tritten gewaltsam gefügig gemacht. Im Innenraum der Lastwagen bleiben verängstigte und extrem gestresste Wesen zurück, für welche die «besseren Haltungsbedingungen» aus der Vergangenheit keine Bedeutung mehr haben. Gleiches gilt für die Schlachtung selbst. Nach dem traumatischen Transport werden sie erneut in eine ihnen unbekannte Umgebung – den Schlachthof – getrieben und dort vor der Tötung im besten, aber nicht in jedem Fall, wirkungsvoll betäubt. Im Juli 2020 gibt der ehemalige Fleischer Philipp Hörmann in einem Artikel der deutschen ZEIT zu Protokoll, dass Bio-Tiere schwerer zu schlachten sind als konventionelle.<span class="fussnotenlink">5</span> Er erklärt:&nbsp;</p><p class="zitat">«Bio-Tiere sind in der Regel kräftiger, muskulöser. Die wehren sich massivst gegen die Betäubung.»&nbsp;</p><p>Aus diesem Grund leide ein Bio-Tier im Schlachthof sogar noch mehr – wenn sich dieses Leid überhaupt steigern lässt. Die Folge ist eine hohe Fehlbetäubungsrate, welche mit einem qualvollen Verenden einhergeht. Im Schatten der Illusion der glücklichen Bio-Tiere wird deren gewaltsame Tötung komplett ausgeblendet.</p><h2>«Gutes Fleisch» im Restaurant</h2><p>Werden Fleischgerichte in der Menükarte nicht explizit als Bio ausgewiesen, landet nach der Bestellung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nichts vom «guten Bio-Fleisch» auf dem Teller. Der (teure) Preis eines Rinderfilets im Restaurant lässt keinerlei Rückschlüsse auf die (Bio-)Haltungsbedingungen oder den Schlachtvorgang des Tieres zu und stellt somit keinen verlässlichen Qualitätsindikator dar. Die Preisgestaltung eines Gerichts wird von vielen Faktoren wie z. B. die Lage des Restaurants, die Marke oder den Bekanntheitsgrad des Kochs oder der Köchin beeinflusst. Ebenso können gehobene Preise durch Exklusivität und Präsentation auf dem Teller gerechtfertigt sein, ohne dass dies etwas über die ethischen Aspekte der Fleischproduktion aussagt. Die Wahrheit ist, dass selbst hochpreisige Fleischstücke von Tieren stammen, die unter grausamen Bedingungen gehalten und geschlachtet wurden.&nbsp;</p><p>Aber das Argument vom «guten Stück Fleisch» im Restaurant hat noch subtilere Konsequenzen: Werden Fleisch- und Wurstwaren ausschliesslich im Restaurant konsumiert, verstärkt das den Eindruck einer erhöhten Nachfrage, was einerseits das Angebot veganer Alternativen einschränken kann und andererseits ein allgemeines Umdenken in der Gesellschaft erschwert. Wer auswärts Fleisch bestellt, erhält keine Informationen zu den Haltungsbedingungen. Also, woher kommt die Annahme, auswärts gäbe es besseres Fleisch als im Supermarkt nebenan? Klar ist, dass es keine gesonderten Qualitätsanforderungen für Fleisch in der Gastronomie oder im Einzelhandel gibt. Der einzige Unterschied des unverarbeiteten Produkts ist die Entscheidung, die mit dessen Verpackung in der Hand oder nach einem Blick auf die Speisekarte getroffen wird. Einzig in der anschliessenden Zubereitung liegt die Differenz: Eine gelernte Kochkraft verfügt über praxiserprobtes Fachwissen, welches Konsistenz und Geschmack der Zutaten – im wahrsten Sinne des Wortes – geschmackvoll beeinflussen kann. Wahrscheinlich schmeckt deshalb das «gute Fleisch» im Restaurant schlichtweg besser.</p><h2>Zum Schluss</h2><p>Letztendlich dienen Bio-Labels bei Fleisch, Wurstwaren usw. lediglich den Konsumenten und Konsumentinnen, nicht aber den fühlenden Lebewesen hinter dem Produkt. Die Labels wirken wie eine Legitimation, die das Gewissen hinsichtlich des Konsums beruhigen soll, jedoch nicht im Detail informiert. Während die Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft für unsere Umwelt vielfältig sind (keine Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern sowie gentechnisch veränderten Organismen usw.), sind sie im Hinblick auf das Tierwohl zu vernachlässigen. Die Siegel spiegeln in diesem Bereich nur den Mindeststandard wider; auch Tiere aus Bio-Haltung werden nicht artgerecht gehalten, leiden massiv unter den «besseren» Bedingungen und sterben letztendlich durch Gewaltanwendung. Bezogen auf die Absatzzahlen von Bio-Fleisch wäre die Aussage «Ich esse nur wenig Fleisch und wenn, dann nur Bio.» nicht korrekt. Richtigerweise müsste die Formulierung lauten: «Ich esse Fleisch und nur wenig Bio.»</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Proviande. (o.&nbsp;D.). Der Fleischmarkt im Überblick 2023.<a href="https://www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf" target="_blank"> www.proviande.ch/sites/proviande/files/2020-05/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf</a></li><li>Geflügelfleisch abgepackt. (o. D.). Coop. <a href="https://www.coop.ch/de/lebensmittel/fleisch-fisch/abgepacktes-frischfleisch/gefluegelfleisch-abgepackt/c/m_0094" target="_blank">www.coop.ch/de/lebensmittel/fleisch-fisch/abgepacktes-frischfleisch/gefluegelfleisch-abgepackt/c/m_0094</a></li><li>Poulet, Trute &amp; Ente. (o.&nbsp;D.). Migros. <a href="https://www.migros.ch/de/category/fleisch-fisch/fleisch-geflugel/poulet-trute-ente" target="_blank">www.migros.ch/de/category/fleisch-fisch/fleisch-geflugel/poulet-trute-ente</a></li><li>Bio Suisse. (2024). Richtlinien für die Erzeugung, Verarbeitung und den Handel von Knospe-Produkten. <a href="https://www.bioaktuell.ch/fileadmin/documents/ba/Bioregelwerk-2024/deutsch/2_bs_all/bs_rili.pdf" target="_blank">www.bioaktuell.ch/fileadmin/documents/ba/Bioregelwerk-2024/deutsch/2_bs_all/bs_rili.pdf</a></li><li>Wolf, K. (2020, 23. Juli). Warum du auch Bio-Fleisch nicht mit gutem Gewissen essen kannst. ZEIT ONLINE ze.tt. <a href="https://www.zeit.de/zett/2020-07/koennen-wir-bio-fleisch-mit-besserem-gewissen-essen" target="_blank">www.zeit.de/zett/2020-07/koennen-wir-bio-fleisch-mit-besserem-gewissen-essen</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/proviande-studie-tierwohl?language=de" title="Proviande-Studie">Proviande-Studie zeigt: Idealisiertes Bild von Schweizer Tierhaltung weit verbreitet</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/schlachtzahlen_schweiz?language=de">Schlachtzahlen Schweiz</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/ablauf_schlachtstrasse?language=de">Ablauf in einer Schlachtstrasse</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/leidfreie_aufzucht_m%C3%B6glich">Könnte man Tiere nicht auch leidensfrei aufziehen und töten?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/biofleisch?language=de" title="Bio-Fleisch">Kann man Biofleisch mit gutem Gewissen essen?</a></li></ul></div> Fri, 22 Nov 2024 09:01:36 +0000 Katherina 4120 at https://www.swissveg.ch Swissveg-Report 2024: Statistiken zu Vegetariern/Veganern in der Schweiz https://www.swissveg.ch/de/swissveg-report-statistiken-2024?language=en <span>Swissveg-Report 2024: Statistiken zu Vegetariern/Veganern in der Schweiz</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>1. November 2024 - 0:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">In der Schweiz isst jede 19. Person kein Fleisch mehr. So viele wie noch nie haben sich vom Fleischkonsum abgewendet. In den vergangenen fünf Jahren hat die Anzahl der Personen, die kein Fleisch konsumiert, um rund 40 % zugenommen.</p><p>Swissveg informiert regelmässig über die aktuelle Anzahl vegetarisch und vegan lebender&nbsp;Menschen in der Schweiz. Dieses Jahr erfolgt dies zum zweiten Mal in Form eines umfangreichen Reports. Die&nbsp;von Swissveg publizierten Zahlen stellen die umfassendste Trendanalyse in der veganen und vegetarischen Szene dar. Als Grundlage dient eine jährliche repräsentative Umfrage bei über 30'000 Menschen.</p><h3>Absolute Zahlen</h3><p>Von den über 14-Jährigen, die telefonisch erreichbar sind und deutsch, französisch oder italienisch sprechen (7,43 Mio. Personen) leben 308000 vegetarisch (= 5,3 %) und 50000 vegan (= 0,7 %). Zusätzlich haben 1,75 Millionen Personen ihren Fleischkonsum bewusst reduziert.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Damit haben insgesamt schon 2,1 Millionen Menschen den Fleischkonsum bewusst reduziert oder ganz aufgegeben.</p><h3>Frauen ernähren sich eher vegan oder vegetarisch</h3><p>Als Vegetarier bezeichnen sich im Jahr 2024 nur 2,9 % der Männer, während 6,3 % der Frauen angeben, dass sie sich vegetarisch ernähren. Bei den Veganern sind es 0,5 % Männer und 0,9 % Frauen.&nbsp;&nbsp;<br>Vor allem bei den Veganern haben die Männer deutlich aufgeholt, während der Anteil der Veganerinnen in den letzten Jahren ziemlich konstant geblieben ist.</p><p>&nbsp;</p><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Diagramme/Anzahl_Vegis%20Geschlecht_2024.png" alt="Diagramm der Anteile an Vegetarier bei Männern und Frauen."><p><em>Abb. 1: Anteil Vegetarier und Veganer nach Geschlecht.</em></p><h3>Jüngere verzichten öfter auf Fleisch</h3><p>Auch beim Alter sieht man in allen Statistiken: Je jünger, desto eher wird auf den Konsum tierischer Produkte verzichtet.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Im Jahr 2024 waren &nbsp;8,4 % der Personen im Alter von 14 bis 34 Jahren Vegetarier. Bei der Altersgruppe ab 55 Jahren sind nur noch 2,1 % Vegetarier. Bei den Veganern sind es 1,3 % bzw. 0,2 %.&nbsp;&nbsp;<br>Die meisten Vegetarier und Veganer sind unter den jungen Frauen zu finden: Bei den Frauen zwischen 14 und 34 Jahren ernährt sich jede siebte Frau vegetarisch. Und immerhin bereits 1,8 % der jungen Frauen ernähren sich vegan.</p><p style="font-style:normal;line-height:100%;margin-bottom:0cm;">Der deutliche Aufwärtstrend ist vor allem bei den Jungen klar erkennbar:</p><p style="font-style:normal;line-height:100%;margin-bottom:0cm;">&nbsp;</p><p style="font-style:normal;line-height:100%;margin-bottom:0cm;">&nbsp;</p><p style="font-style:normal;line-height:100%;margin-bottom:0cm;"><br>&nbsp;<img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Diagramme/Kein_Fleisch_vegi_vegan_14-34_2024.png" alt="Anteil der jungen Vegetarier und Veganer im Balkendiagramm."></p><p><em>Abb. 2: Anteil Vegetarier und Veganer zwischen 14 und 34 Jahre.&nbsp;</em></p><h3>Vegetarier und Veganer haben höhere Bildung</h3><p>Auch die Umfrage von 2024 bestätigte, dass Vegetarier und Veganer überdurchschnittlich häufig einen Hochschulabschluss haben.&nbsp;&nbsp;<br>Im Durchschnitt haben in der Schweiz 39,1 % eine Hochschulausbildung. Unter den Vegetariern ist dieser Anteil jedoch 54,8 % und unter Veganern 54,4 % hoch.</p><h3>Alternativprodukte sind bei allen beliebt</h3><p>Der Konsumentenkreis für Fleischalternativen umfasst 2024 erstmals über die Hälfte der Bevölkerung (51,5 %). Am meisten werden Fleischalternativen von Vegetariern konsumiert (87,9 %).</p><p>Über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung gehört zu den Käufern von Milchalternativen (36,1 %).&nbsp;&nbsp;<br>Bei den Joghurt- und Quarkalternativen ist der Käuferkreis mit 29,7 % nur wenig geringer.&nbsp;&nbsp;<br>Deutlich kleiner ist der Kreis der Personen, die Käsealternativen konsumiert: 16,9 %.&nbsp;&nbsp;<br>Bei allen Werten ist eine steigende Tendenz zu verzeichnen.&nbsp;&nbsp;<br>&nbsp;</p><p>Weitere interessante Fakten und Vergleiche mit früheren Jahren enthält der Swissveg Report 2024. Er kann hier kostenlos heruntergeladen werden:&nbsp;&nbsp;<br>&nbsp;</p><p><a href="https://php.swissveg.ch/ads/tracking.php?id=27" target="_blank"><img src="/sites/swissveg.ch/files/buttons/button-download-pdf.png" alt="Download Button"></a> &nbsp;<br>&nbsp;</p><h3>Videopräsentation zum Report:</h3><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/_esdv0Cx6SM?si=KuKbDzOmZRk1wv3K" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="/anzahl-veganer-2022?language=de">Trendanalyse 2022: Immer mehr vegan lebende Menschen in der Schweiz</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/2021_10_Anzahl_Veganer_Vegetarier?language=de">Anzahl Veganer und Vegetarier 2021</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/anzahl_vegetarier?language=de">Entwicklung der Anzahl Vegetarier in der Schweiz</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/veg-umfrage?language=de#:~:text=als%20%C2%ABTierfreund%C2%BB.-,Anzahl%20Veganer%3Ainnen,53.8%25%20verf%C3%BCgen%20%C3%BCber%20einen%20Hochschulabschluss.">Swissveg-Umfrage zu vegan und vegetarisch Lebenden in der Schweiz</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegan-report-2022?language=de">Zum ausführlichen Bericht</a></li><li><a href="/umfrage_warum_fleisch_2024?language=de">Umfrage 2024: Weshalb wird Fleisch konsumiert?</a></li></ul></div> Thu, 31 Oct 2024 23:00:00 +0000 Renato 4118 at https://www.swissveg.ch Kuhmilch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl? https://www.swissveg.ch/de/kuhmilch-pflanzenmilch-bessere-wahl?language=en <span>Kuhmilch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl?</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>31. Oktober 2024 - 7:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Swissmilk macht fleissig Werbung für die idealisierte Kuhmilch – sei es durch den jährlichen «Tag der Pausenmilch» am 31. Oktober oder durch bezahlte Werbung, die in den letzten Monaten in sozialen und gedruckten Medien im Zusammenhang mit einer Agroscope-Studie zu sehen war. Anhand dieses Beispiels zeigt sich gut, wie die wissenschaftliche Fragestellung <strong>«(Kuh-)Milch oder Pflanzendrinks: Was ist die gesündere Wahl?»</strong> zur Kuhmilchpropaganda wird.</p><h2>Die Ausgangslage</h2><p>Was besser oder schlechter ist, kann erst beurteilt werden, wenn die Kriterien für eine Bewertung feststehen. In diesem Fall war die Studie ausschliesslich auf die Nährwerte der Milch fokussiert. Weder Umweltauswirkungen noch Tierschutz wurden in die Betrachtung miteinbezogen, weshalb in diesem Artikel nur auf den gesundheitlichen Teil eingegangen wird. Das schlechte Abschneiden von Kuhmilch hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz war kein Bestandteil der Studie.</p><p>Die Studie wurde auch deshalb durchgeführt, weil Trinkmilch immer mehr Marktanteile an Pflanzendrinks verliert. Der Kuhmilchkonsum hat sich in den vergangenen 20 Jahren praktisch halbiert. Gemäss Swissmilk wurden 1950 noch 233 Liter Kuhmilch pro Jahr und Person getrunken. 2020 waren es nur noch 51 Liter. Ausserdem ist heute ein Bio-Sojadrink günstiger oder gleich teuer wie Bio-Kuhmilch.<span class="fussnotenlink">1</span> Offenbar möchte Swissmilk mit verstärkter Kuhmilchlobbyarbeit diesen Abwärtstrend der Kuhmilch stoppen. Doch auch die Schweizer Regierung hat ein Interesse an Kuhmilchpropaganda: Sie möchte, dass rund 50 Prozent mehr Kuhmilch(-produkte) konsumiert werden, als dies derzeit der Fall ist, nämlich drei statt zwei Portionen pro Tag.<span class="fussnotenlink">2</span></p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="8166d7f2-f7e5-46da-b2b8-d6206c58b9d6" height="1202" src="/sites/swissveg.ch/files/pro-kopf-konsum.PNG" width="84.4%" /><figcaption>Abb. 1: Jährlicher Pro-Kopf-Konsum von Kuhmilch in der Schweiz (eigene Darstellung).</figcaption></figure><h2>Die Studie</h2><p>Die Studie wurde von der staatlichen Forschungsanstalt Agroscope durchgeführt.<span class="fussnotenlink">3</span> Es wurden folgende Milcharten untersucht: Kuhmilch sowie Pflanzendrinks aus Reis, Hafer, Dinkel, Soja, Cashew, Hanf, Mandel und Kokosnuss. Insgesamt wurde bei 36 Produkten pro Kategorie der Mittelwert der gemessenen Werte ermittelt. Pflanzendrinks mit mehr als einem Basisrohstoff wurden ausgeschlossen, womit noch 27 Produkte übrigblieben. Diese Selektion ist insofern problematisch, da sich durch die Kombination mehrerer pflanzlicher Rohstoffe die Nährstoffe und Aminosäuren gegenseitig ergänzen können.</p><p>Die Zusammenfassung der Studie präsentiert diese Schlussfolgerung: «Unsere Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten pflanzlichen Getränke in Bezug auf die Nährstoffzusammensetzung keine echte Alternative zu Milch darstellen, selbst wenn die derzeitige Anreicherung berücksichtigt wird. [...] Ein vollständiger Ersatz von Milch durch pflanzliche Getränke ohne Anpassung der Gesamternährung kann langfristig zu einem Mangel an bestimmten wichtigen Nährstoffen führen.» Diese Aussage wird gemacht, obwohl in derselben Zusammenfassung gleichzeitig folgendes zugegeben wird: «Sojagetränke lieferten etwas mehr Eiweiss und deutlich mehr Vitamine B<sub>1</sub> und B<sub>6</sub>, Folsäure sowie die Vitamine E und D<sub>2</sub> (mit supplementiertem Vitamin D<sub>2</sub>) und K<sub>1</sub>, Magnesium, Mangan, Eisen und Kupfer als Milch und die anderen pflanzlichen Getränke.»</p><p>Korrekterweise hätte die Schlussfolgerung dieser Studie also lauten müssen: Sojagetränke haben die beste Zusammensetzung. Dies geht auch aus den in der Studie veröffentlichten Werten klar hervor. Kuhmilch anstelle von Sojagetränken zu empfehlen ist demnach wissenschaftlich nicht haltbar, selbst wenn die Kriterien dieser Studie angewendet werden. Zudem sind auch die Bewertungskriterien der Studie problematisch: Weshalb sollte ein Getränk mit mehr Zucker und Fett besser sein als eines, das weniger solcher Makronährstoffe enthält?</p><p>In der Schweiz wird doppelt so viel Zucker konsumiert wie empfohlen.<span class="fussnotenlink">4</span> Auch die Fettzufuhr ist bedenklich: Es werden zu viele ungesunde gesättigte (z. B. in Kuhmilch enthaltene) Fette und zu wenig gesunde Fette, wie sie in Pflanzenmilch vorkommen, konsumiert. Der Studie mangelt es an jeglicher Kritik bezüglich des hohen Fettgehaltes und der gesättigten Fette. Es macht deshalb den Anschein, als hätten die Forschenden absichtlich nur Dinge berücksichtigt, die ihrer Meinung nach für die Kuhmilch sprechen. Was diese in ein schlechteres Licht rücken könnte, wurde ignoriert oder uminterpretiert («hohe Nährstoffdichte» statt «zucker- und fettreich»). Dass nur das Vitamin A, nicht aber das Beta-Carotin (Provitamin A) analysiert wurde, spricht ebenfalls dafür, dass die Auswahl der Analysewerte zugunsten der Kuhmilch erfolgt ist. Beta-Carotin kommt vor allem in pflanzlichen Produkten vor und wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt. Das Vitamin A ist hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten. Somit wird mit dieser Analyseauswahl die Kuhmilch bevorzugt. Dieses einseitige Vorgehen wird auch in der Studie zugegeben: «Der Gehalt an Provitamin A, der in den pflanzlichen Getränken zu erwarten war, wurde nicht analysiert.» Dasselbe gilt für die gesunden Faserstoffe: Sie kommen in Kuhmilch im Gegensatz zu pflanzlichen Produkten praktisch nicht vor und wurden in der Studie auch nicht berücksichtigt.</p><p>Nur wer die Studie ganz liest, erfährt, dass Sojadrinks am meisten essentielle Aminosäuren enthalten: «Was den Gesamtproteingehalt anbelangt, so kamen die Sojagetränke in ihren Konzentrationen an freien Aminosäuren der Milch am nächsten, wobei die essentiellen Aminosäuren den höchsten Mittelwert aufwiesen.» Auch bei dieser Formulierung wird relativiert: «kommt am nächsten» statt «übertrifft» die Kuhmilch.</p><h2>Berichterstattung und Sekundärliteratur</h2><p>Während in der Originalstudie die Fakten noch herauslesbar sind, sieht es bei Artikeln über diese Studie schlechter aus. Für «Agrarforschung Schweiz» haben zwei Studienautorinnen von Agroscope einen Artikel über die Originalstudie für den Bund bzw. Agroscope geschrieben.<span class="fussnotenlink">5</span> Alleine die Zwischentitel im Artikel zeigen bereits ihre Ziele auf:</p><ul><li>«Pflanzendrinks liefern weniger Energie und Nährstoffe als Milch»</li><li>«Pflanzliche Getränke werden oft mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert»</li><li>«Wie wirkt sich der Konsum von Pflanzendrinks auf den Ernährungszustand aus?»</li></ul><p>In der Grafik zum Artikel (siehe Abb. 2) sind die Farben so gewählt, dass Kuhmilch möglichst positiv dargestellt werden kann. Beispielsweise wurde der Fettgehalt farblich grün hervorgehoben. Die Warnfarben Rot, Orange und Gelb finden sich nur bei den pflanzlichen Varianten. Dass ein hoher Zucker- und Fettgehalt nicht unbedingt positiv zu werten ist, wird hier verschleiert, und der höhere Proteingehalt von Soja geht in der Grafik praktisch unter. Im Fazit des Artikels steht zum positiven Abschneiden der Sojagetränke: «Lediglich Pflanzendrinks auf Sojabasis wiesen einen mit Milch vergleichbaren Proteingehalt auf.» Aus dem höheren Proteingehalt des Sojadrinks (3,8 gegenüber 3,3 Prozent) wurde hier ein «vergleichbarer Proteingehalt». Offenbar wollte man keinesfalls ein pflanzliches Getränk bei auch nur irgendeinem Punkt vor die Kuhmilch stellen.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="7ab5ba0e-04d9-4bd9-a24d-e0760c2b1475" height="1361" src="/sites/swissveg.ch/files/n%C3%A4hrstoffgehalt.PNG" width="63.76%" /><figcaption>Abb. 2: Mittlerer Gehalt an Makronährstoffen in Gramm pro 100 g (Quelle: Agrarforschung Schweiz).</figcaption></figure><p>Auch SRF hat die Studie aufgegriffen.<span class="fussnotenlink">6</span> Der Titel dieses Beitrages: «Pflanzendrinks sind kein Milchersatz». Bereits die Einleitung unterstreicht diese Irreführung: «Was Proteingehalt, Vitamine oder Kalzium anbelangt, bleibt laut einer Studie von Agroscope Kuhmilch der Spitzenreiter. Es sei denn, die veganen Milch-Alternativen werden mit Vitaminen und Nährstoffen angereichert. Nur die Sojamilch hat einigermassen gut abgeschnitten.» Im Text selbst wird diese Relativierung der Vorteile der Sojamilch korrigiert: </p><p class="zitat">«Sojamilch schneidet hinsichtlich des Eiweissgehalts am besten ab. Wenn sie noch mit Kalzium angereichert wird, kann sie ein Äquivalent für die Kuhmilch sein.»</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="fd050b13-db45-4ba5-9651-5cc019a1e19b" height="1591" src="/sites/swissveg.ch/files/naehrstoffe-milch.PNG" width="39.71%" /><figcaption>Abb. 3: Nährstoffe von Kuhmilch und Sojadrink (eigene Darstellung).</figcaption></figure><p>Auch die SonntagsZeitung berichtete über die Agroscope-Studie mit dem Titel «Pflanzendrinks sind weniger wertvoll als Kuhmilch», was sich auch im Inhalt des Artikels widerspiegelte.<span class="fussnotenlink">7</span></p><p>Swissmilk nutzte die Studie monatelang für eine Kuhmilchkampagne und zitiert in ihrem Text die Studienautorin Barbara Walther von Agroscope: «Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind Pflanzendrinks keine Alternative zu Kuhmilch.»<span class="fussnotenlink">8</span></p><h2>Fazit</h2><p>Den Fettbedarf durch gesättigte Fette aus Kuhmilch zu decken ist nicht empfehlenswert. Stattdessen sind Produkte auf pflanzlicher Basis zu bevorzugen, diese enthalten zudem wesentlich weniger Kalorien. Übrigens: Das Wort Kalorien kommt im Werbetext von Swissmilk gar nicht, und im Artikel von Agrarforschung Schweiz nur einmal im Zusammenhang mit Unter- bzw. Mangelernährung vor. Auf das Problem der Überversorgung mit Fett und Zucker (was zu Adipositas führen kann) wird nirgends eingegangen. Logisch, auch dabei würde die Kuhmilch am schlechtesten abschneiden.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Welt-Vegan-Tag 1. November 2023. (2023, 30. Oktober). Swissveg. <a href="https://www.swissveg.ch/WeltVeganTag_2023">https://www.swissveg.ch/WeltVeganTag_2023</a></li><li>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. (2017). Milch- und Milchproduktekonsum in der Schweiz 2014/15. <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-milch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Milch-%20und%20Milchproduktekonsum.pdf" target="_blank">https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/fi-menuch-milch.pdf.download.pdf/Fachinformation%20-%20Milch-%20und%20Milchproduktekonsum.pdf</a></li><li>Walther, B., Guggisberg, D., Badertscher, R., Egger, L., Portmann, R., Dubois, S., Haldimann, M., Kopf-Bolanz, K., Rhyn, P., Zoller, O., Veraguth, R. &amp; Rezzi, S. (2022). Comparison of nutritional composition between plant-based drinks and cow’s milk. Frontiers in Nutrition, 9. <a href="https://doi.org/10.3389/fnut.2022.988707" target="_blank">https://doi.org/10.3389/fnut.2022.988707</a></li><li>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. (2024, 16. Januar). Zuckerreduktion. <a href="https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/produktzusammensetzung/zuckerreduktion.html" target="_blank">https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/produktzusammensetzung/zuckerreduktion.html</a></li><li>Burton-Pimentel, K. J. &amp; Walther, B. (2023, 28. September). Pflanzendrinks – eine Alternative zu Milch? Agrarforschung Schweiz. <a href="https://www.agrarforschungschweiz.ch/2023/09/pflanzendrinks-eine-alternative-zu-milch/" target="_blank">https://www.agrarforschungschweiz.ch/2023/09/pflanzendrinks-eine-alternative-zu-milch/</a></li><li>Zehnder, R. (2023, 7. November). Pflanzendrinks sind kein Milchersatz. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="https://www.srf.ch/wissen/gesundheit/soja-hafer-und-co-pflanzendrinks-sind-kein-milchersatz" target="_blank">https://www.srf.ch/wissen/gesundheit/soja-hafer-und-co-pflanzendrinks-sind-kein-milchersatz</a></li><li>Fossgreen, A. (2023, 27. Mai). Pflanzendrinks sind weniger wertvoll als Kuhmilch. SonntagsZeitung. <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/pflanzendrinks-sind-weniger-wertvollals-kuhmilch-344335258504" target="_blank">https://www.tagesanzeiger.ch/pflanzendrinks-sind-weniger-wertvollals-kuhmilch-344335258504</a></li><li>Milch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl? (o.&nbsp;D.). Swissmilk. <a href="https://www.swissmilk.ch/de/ernaehrung/pflanzenbasiert-essen/milch-oder-pflanzendrinks-was-ist-die-bessere-wahl/" target="_blank">https://www.swissmilk.ch/de/ernaehrung/pflanzenbasiert-essen/milch-oder-pflanzendrinks-was-ist-die-bessere-wahl/</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li>Dieser Artikel wurde für die Sommerausgabe 2024 des <a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/a03efa124d9476675a95/pages/page/7">Veg-Info-Magazins</a> geschrieben.</li><li><a href="https://www.swissveg.ch/Pausenmilch?language=de" title="Tag der Pausenmilch">Tag der Pausenmilch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/stop-tag-der-pausenmilch?language=de" title="Schluss mit dem «Tag der Pausenmilch»">Schluss mit dem «Tag der Pausenmilch»</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/kuhmilch?language=de" title="Allgemeines zur Milch">Allgemeines zur Milch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de" title="Vegane Lebensmittel">Vegane Lebensmittel – gesund oder nicht?</a></li></ul></div> Thu, 31 Oct 2024 06:00:00 +0000 Renato 4119 at https://www.swissveg.ch Bund passt Ernährungsempfehlungen an https://www.swissveg.ch/de/neue-ernaehrungsempfehlungen?language=en <span>Bund passt Ernährungsempfehlungen an </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>12. September 2024 - 10:14</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) neue Ernährungsempfehlungen erarbeitet. Neu werden Hülsenfrüchte zu den Proteinlieferanten gezählt. Zudem berücksichtigen die neuen Empfehlungen auch Aspekte der Nachhaltigkeit.&nbsp;</p><p>Regelmässig Hülsenfrüchte konsumieren und nur noch maximal zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch: <a href="https://www.sge-ssn.ch/ich-und-du/essen-und-trinken/ausgewogen/schweizer-lebensmittelpyramide/" target="_blank">Die aktualisierten Ernährungsempfehlungen</a> des Bundes und der SGE rücken pflanzliche Proteinquellen in den Vordergrund und berücksichtigen auch ökologische Aspekte. Letztmals wurden die Empfehlungen im Jahr 2011 überarbeitet. Die Schweiz folgt mit den neuen Empfehlungen dem Trend anderer europäischen Länder, auch ökologische Aspekte in die Ernährungsempfehlungen einfliessen zu lassen.</p><p>Die Basis der Schweizer Lebensmittelpyramide bilden nach wie vor ungezuckerte Getränke wie Wasser und Tee. Auch an der Empfehlung, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst zu konsumieren, hat sich nichts verändert.</p><h4>Die wichtigsten Änderungen:</h4><ul><li><strong>Neu zählen Hülsenfrüchte zu den Proteinlieferanten.</strong> Zuvor waren sie bei den Stärkebeilagen aufgeführt. Es wird empfohlen, regelmässig, aber mindestens 1 Mal pro Woche, Hülsenfrüchte wie etwa Bohnen, Linsen oder Kichererbsen zu konsumieren. Auch weitere pflanzliche Proteinquellen wie Tofu, Tempeh oder Seitan finden Erwähnung in den neuen Empfehlungen. Das BLV empfiehlt, über die Woche hinweg zwischen den verschiedenen Proteinquellen abzuwechseln. Dies ist eine positive Veränderung, da Hülsenfrüchte eine wichtige Proteinquelle in einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung darstellen.</li><li><strong>Bei den Kohlenhydraten empfiehlt das BLV neu, die Vollkornvariante zu bevorzugen</strong>. Dies ist positiv zu werten, da Vollkorngetreide reichlich Ballaststoffe sowie verschiedene B-Vitamine enthält und damit einen Beitrag zu einer optimalen Versorgung leisten kann.&nbsp;</li><li><strong>Der Konsum von Fleisch (inklusive Geflügel und verarbeitetes Fleisch) wird explizit auf maximal zwei bis drei Portionen pro Woche beschränkt</strong>. In den Empfehlungen wird darauf hingewiesen, dass <strong>Fleisch die Umwelt stärker belastet</strong> <strong>als pflanzliche Lebensmittel.&nbsp;</strong></li><li><strong>Neu bilden Nüsse und Samen eine eigene Lebensmittelgruppe</strong>, mit der Empfehlung, täglich eine kleine Handvoll (15 bis 30 Gramm) davon zu konsumieren. Zuvor waren sie der Kategorie der Öle und Fette zugeordnet. Auch dies ist eine positive Änderung, da Nüsse und Samen einen wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen veganen Ernährung ausmachen, weil sie reich an verschiedenen B-Vitaminen, gesunden Fetten sowie Ballaststoffen sind.&nbsp;</li><li><strong>Milchprodukte bilden neu eine eigene Lebensmittelgruppe</strong>, da sie vom BLV als bedeutende Quelle für Protein, Kalzium, Jod, Vitamin B<sub>2</sub> und B<sub>12</sub> eingeschätzt werden. Das BLV weist jedoch auch darauf hin, dass <strong>pflanzliche Milchalternativen aus Soja bezüglich des Proteingehaltes eine gleichwertige Alternative zu Kuhmilch darstellen. </strong>Ausserdem wird neu auch erwähnt, dass Menschen, die keine Milchprodukte konsumieren, darauf achten sollen, den Bedarf an Protein, Kalzium, Jod und B-Vitaminen über andere Lebensmittel zu decken. Das zeigt, dass das BLV anerkennt, dass eine Deckung dieser Nährstoffe somit auch ohne den Konsum von Kuhmilch möglich ist. &nbsp;<br>Die neuen Empfehlungen umfassen 2 bis 3 Portionen Milchprodukte: Eine Portion entspricht 2 Dezilitern Milch oder 150 bis 200 Gramm Joghurt, Quark, Hüttenkäse, Blanc battu oder 30 Gramm Halbhart-/Hartkäse oder 60 Gramm Weichkäse. Am Beispiel des Weichkäse "La Tomme Vaudoise" entspricht dies pro Portion (60 Gramm) folgenden Nährwerten: 158 Kalorien, 12.6 Gramm Fett und 10.8 Gramm Protein. Da das BLV jedoch gleichzeitig empfiehlt, feste Fette wie Butter sparsam zu konsumieren, genauer maximal 10 Gramm täglich, ist dies ein grosser Widerspruch.<strong> Es wird ersichtlich, dass diese Empfehlung bereits mit einer Portion Milchprodukte überschritten wird.&nbsp;</strong><br>&nbsp;</li></ul><h4>Fazit</h4><p>Positiv zu bewerten ist, dass die neuen Empfehlungen vermehrt pflanzliche Proteinquellen beinhalten und den Fleischkonsum einschränken. Des Weiteren werden auch die negativen ökologischen Aspekte des Fischkonsums angesprochen und darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Omega-3 und -6 Fettsäuren auch durch pflanzliche Quellen (Raps-, Leinöl sowie Baumnüsse) sowie Nahrungsergänzungsmittel aus Mikroalgen (EPA/DHA) gedeckt werden kann.</p><p>Negativ zu bewerten ist, dass der Bund Kuhmilch nicht nur weiterhin empfiehlt, sondern sogar mit einer eigenen Kategorie besonders hervorhebt, ohne auf die zahlreichen negativen Aspekte von Kuhmilch einzugehen.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>Quellen:</p><p>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. (o.&nbsp;D.). <em>Gesund und nachhaltig essen: Bund aktualisiert seine Ernährungsempfehlungen</em>. <a href="https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/dokumentation/nsb-news-list.msg-id-102396.html"><span class="url">https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/dokumentation/nsb-news-list.msg-id-102396.html&nbsp;</span></a></p><p>sge-ssn.ch &amp; blv.admin.ch. (2024). <em>Schweizer Ernährungsempfehlungen</em>. <a href="https://www.sge-ssn.ch/media/ct_protected_attachments/84842dc787770badf4883e2d762026/Schweizer-Ernaehrungsempfehlungen_Kurzversion_DE.pdf"><span class="url">https://www.sge-ssn.ch/media/ct_protected_attachments/84842dc787770badf4883e2d762026/Schweizer-Ernaehrungsempfehlungen_Kurzversion_DE.pdf</span></a></p><p><em>Die Merkblätter der SGE</em>. (2024, 11. September). Schweizerische Gesellschaft für Ernährung. <span class="url"><a href="https://www.sge-ssn.ch/ich-und-du/download/merkblaetter-und-unterlagen/">https://www.sge-ssn.ch/ich-und-du/download/merkblaetter-und-unterlagen/</a></span></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/studie-ersatzprodukte-fleisch-milch?language=de">Ersatzprodukte für Fleisch und Milch: was sagt die TA-SWISS-Studie tatsächlich?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/milch?language=de">Infos zum Thema Milch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-lebensmittel?language=de">Vegane Lebensmittel: gesund oder nicht?&nbsp;</a></li><li style="box-sizing:border-box;font-family:&quot;Open Sans&quot;, sans-serif;list-style:inherit;"><a href="https://www.swissveg.ch/vegane-ernaehrung?language=de">Vegane Ernährung: Grundlagen</a></li><li style="box-sizing:border-box;font-family:&quot;Open Sans&quot;, sans-serif;list-style:inherit;">Weitere Infos:<a href="https://www.sge-ssn.ch/ich-und-du/essen-und-trinken/ausgewogen/schweizer-lebensmittelpyramide/" target="_blank"> Schweizerische Gesellschaft für Ernährung</a></li><li style="box-sizing:border-box;font-family:&quot;Open Sans&quot;, sans-serif;list-style:inherit;"><a href="https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/" target="_blank">Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung</a></li></ul></div> Thu, 12 Sep 2024 08:14:16 +0000 Sarah 4116 at https://www.swissveg.ch