Zürich: «Safari» – Film & Diskussion

Donnerstag, 23. November 2017 - 19:30 to 23:00

Das legale Geschäft mit dem Töten von Wildtieren in Afrika, auch bedrohten Arten, wächst. Wie das aussieht, zeigt der österreichische Regisseur Ulrich Seidl mit seiner Dokumentation "Safari" in langen, manchmal quälenden Aufnahmen.

 

Tier aussuchen, bezahlen, los geht die Jagd!

Es ist eine bizarre Welt, die sich da auftut: Ein Tier aussuchen, bezahlen -  und los geht die Jagd. Dass der Film ohne Kommentar auskommt, macht ihn umso stärker. Denn die Jäger entlarven sich selbst, in Interviews oder auch beim Schönmachen fürs Familienalbum.

 

Was hat Seidl an diesem Thema besonders interessiert? "Die Frage, warum Menschen Tiere töten, ist für die ganze Menschheit wichtig. Man könnte auch weitergehen und fragen, warum töten Menschen Menschen? Der Film ist mit der Frage beschäftigt, wie der Zustand der Menschheit ist."

 

Macht Töten glücklich?

Was den Regisseur besonders überraschte, war, dass das Töten offenbar glücklich macht. Jäger kommen sich dabei näher. Rituale wie das perfekte Posing mit dem erlegten Tier sind wichtig. Doch sie haben auch Distanz zu ihm, damit sie es schießen können: "Das Tier ist nicht das Zebra, sondern es ist ein Stück", sagt Seidl. "Es wird entpersonifiziert." Tote Tiere bringen viel Geld. Das verdienen aber allein die Großgrundbesitzer, die Einheimischen machen die Arbeit.

 

Artenschutz interessiert die Jäger nicht. Hauptsache das Tier hat ein schönes Fell oder Geweih. Artenschutzverbände fordern, den Import von Jagdtrophäen zu verbieten: "Die größte Bedrohung zum Beispiel für Bergzebras ist die Jagd", sagt Andreas Dinkelmeyer vom IFAW (International Fund for Animal Welfare). "Ihre Trophäen sind die am häufigsten nach Deutschland eingeführten."

 

Die Einheimischen verdienen nichts an der Jagd

Ein Berg-Zebra kostet 790 Euro, eine Giraffe das Doppelte. Den Entwicklungsländern hilft das finanziell nicht, denn das Geld verdienen nur die Großgrundbesitzer, die die Prämien für das Wild kassieren. Den Einheimischen bleiben schlecht bezahlte Jobs. So zeigt "Safari" ein erschreckend koloniales Weltbild der Jäger - und eine beängstigende Ignoranz. Weidmannsheil!

 

Im Anschluss Podiumsdiskussion

Eintritt: 10 CHF

Ort/Lieu: Rote Fabrik, Seestrasse 395, 8038 Zürich

Weitere Infos: www.nnff.ch/events/11-23-2017/

Art: Der Event wird nicht von Swissveg durchgeführt.